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Lucios Inter-Abwehr trotzt Barcas Angriffszauber

Mailand (dpa) - 17.09.2009, 12:42 Uhr

Lucio (l) von Inter Mailand versperrt Barcelonas Messi (m) den Weg - hinten Ibrahimovic.
Lucio (l) von Inter Mailand versperrt Barcelonas Messi (m) den Weg - hinten Ibrahimovic.

Viele Pfiffe, keine Tore und heftige Kritik am deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark - das Spitzenspiel der Fußball-Champions-League zwischen Herausforderer Inter Mailand und Cupverteidiger FC Barcelona endete mit einer Nullnummer.

Inters Abwehrbollwerk um den überragenden Ex-Bayern Lucio hielt den fulminant aufspielenden Spaniern stand. «Das war ein sehr wichtiger Punkt gegen die stärkste Mannschaft der Welt», jubelte Inter-Coach José Mourinho. Barca-Trainer Josep Guardiola haderte dagegen: «Uns hat nur ein Tor gefehlt. Das 0:0 ist nicht schlecht, aber auch nicht gut.»

Schon in der 8. Minute hätte der spanische Champion vor 80 000 Zuschauern in Führung gehen können. Aber der mit einem gellenden Pfeifkonzert im ausverkauften Giuseppe-Meazza-Stadion empfangene ehemalige Inter-Stürmer Zlatan Ibrahimovic vergab seine Riesenchance. «Ibras» Torjäger-Duell mit Ex-Barca-Angreifer Eto'o endete so Remis. «Dabei hätten wir den Sieg verdient gehabt», klagte Ibrahimovic, den einige Inter-Fans auf Spruchbändern als «Verräter» beschimpften. Der Schwede blieb cool und verstand die Pfiffe als Kompliment: «Offensichtlich hingen sie an mir», meinte der 27-Jährige.

Ein Kommentar, der dem scharfzüngigen Mourinho gefallen haben muss - zumindest mehr als das dürftige Offensivspiel seiner Truppe. «Barca spielte Inter schwindelig», titelte das spanische Blatt «El Periódico», und auch die «La Gazzetta dello Sport» räumte ein: «Barca war großartig.» Dass Inter auch hätte gewinnen können, sah nur Mourinho so.

Für die eng befreundeten Club-Präsidenten Massimo Moratti und Joan Laporta auf der Ehrentribüne schien das 0:0 fast das Wunschresultat zu sein. «Wir wollen als erste in Europa die Titelverteidigung schaffen, aber sollte es uns nicht gelingen, wünsche ich Inter den Cupsieg», hatte «Barca»-Chef La Porta vor dem Anpfiff verraten. Prompt titelte «El Mundo»: «Waffenstillstand und keine Opfer in Mailand.» Fröhlich gratulierten sich die Vereinsbosse und freuten sich über die Rekordeinnahme von über 3,5 Millionen Euro. So viel hat bis dato noch keine Champions-League-Partie eingespielt.


Gelassen reihten sich die Top-Favoriten in Gruppe F hinter dem mit 3:1 gegen Rubin Kasan siegreichen Dynamo Kiew ein. Für Ärger sorgte nur Wolfgang Stark. Der Deutsche sei ein «typischer Heimschiri» gewesen, schimpfte die spanische Presse. Und auch die Italiener räumten ein, dass Stark den Katalanen einen von Stankovic verschuldeten Handelfmeter verweigert habe.

Auch in Lyon wurde Stürmer Alberto Gilardino ein Opfer des Unparteiischen, als er kurz vor dem Pausenpfiff zu Unrecht vom Platz flog. Der AC Florenz verlor daraufhin trotz seines überragenden Torwarts Sebastian Frey mit 0:1.

Die englischen Top-Clubs ließen sich dagegen durch nichts aufhalten: Trotz eines 0:2-Rückstands nach nur fünf Minuten schaffte Arsenal bei Standard Lüttich durch Eduardo da Silvas Tor in der 81. Spielminute noch einen 3:2-Erfolg. «Wir wurden kalt erwischt. Auswärts zu gewinnen und dabei drei Tore zu schießen, ist immer schwierig», meinte Trainer Arsene Wenger.

Liga-Rivale FC Liverpool fuhr dank des Tores von Dirk Kuyt gegen die Ungarn aus Debreceni einen unspektakulären 1:0-Heimsieg ein. «Ich bin froh über den Sieg, aber hoffentlich spielen wir das nächste Mal viel besser», meinte Trainer Rafa Benitez. Olympiakos Piräus schlug den AZ Alkmaar 1:0, und in der Gruppe des VfB Stuttgart gewann der FC Sevilla gegen Unirea Urziceni aus Rumänien mit 2:0.

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