Werder nach 2:1 gegen Inter im UEFA-Pokal
Bremen (dpa) - 09.12.2008, 23:14 Uhr
Der Bremer Torschütze Claudio Pizarro (r) jubelt mit Mesut Özil.
Kleines Wunder von der Weser: Ein überragender Claudio Pizarro und Markus Rosenberg haben Werder Bremen zu einem 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Inter Mailand geführt und damit vor dem frühen Aus im internationalen Fußball bewahrt. Der in der Bundesliga nach seiner Roten Karte von Karlsruhe für drei Spiele gesperrte Pizarro traf nach zahlreichen Fehlversuchen in der 63. Minute und ebnete damit den Weg zum ersten Werder-Sieg in der Champions League, den Rosenberg (81.) perfekt machte. Das erste Saisontor des eingewechselten Slatan Ibrahimovic (88.) kam zu spät. Am letzten Spieltag der «Königsklasse» rückten die nach der Pause wie befreit auftrumpfenden Hanseaten auf Platz drei der Vorrunden-Gruppe B und schafften vor 35 000 Zuschauern im Weserstadion wenigstens das Minimalziel UEFA-Pokal. «Wir sind sehr zufrieden», sagte der äußerlich cool wie immer wirkende Werder-Trainer Thomas Schaaf. «Mut und Leidenschaft» hatte er gefordert und blieb auch nach dem Erfolg kritisch. «Am Samstag gegen Wolfsburg wird sich beweisen, was dieser Erfolg wert ist.» Auch Geschäftsführer Klaus Allofs war erleichtert, dass nach der verpassten Chance in der leichten Gruppe B der Strohhalm-Cup noch erreicht wurde. «Die Freude ist jetzt riesengroß.»
Zunächst fehlte den kampfstark und motiviert zur Sache gehenden Bremern die nötige Nervenstärke, die nach einer wechselvollen Saison abhandengekommenen schien. Den verhalten agierenden Mailändern, die schon vor dem Spiel den Einzug ins Achtelfinale geschafft hatten, reichte vor der Pause eine durchschnittliche Leistung, die Gastgeber mehr oder minder sicher in Schach zu halten und mit gelegentlichen Kontern unter Druck zu setzen. Panathinaikos Athen begleitet Inter nach einem 1:0-Heimsieg gegen Famagusta in die Runde der letzten 16. Nur der bewegliche Pizarro («dieses Spiel hat wieder Spaß gemacht») nährte die Hoffnungen mit seinen zahlreichen Chancen, wobei der Einsatz Cordobas in der 46. Minute elfmeterwürdig war. Aber auch nach Wiederbeginn fehlte dem quirligen Peruner zunächst das Glück, ehe er in der 63. Minute einen Schuss Özils abstauben konnte. Der 20-jährige Özil, der den Gelb gesperrten Diego ersetzte, steigerte sich zusehends und wurde nach der Pause zu einem Garanten des Sieges. |
«Er muss Diego nicht ersetzen; das ist völliger Unsinn. Er soll sein Spiel machen und Mesut Özil sein», stellte Schaaf klar. Der Brasilianer Diego, der für seinen Würgegriff gegen den Karlsruher Christian Eichner für vier Bundesligaspiele gesperrt wurde, hatte in Famagusta seine dritten Gelbe Karte kassiert. «Die Mannschaft war geduldig und diszipliniert», erklärte Schaaf, der nach dem desolaten Auftritt beim 0:1 in Karlsruhe auf den verletzten Naldo sowie den formschwachen Dusko Tosic und Hugo Almeida, der sich einen Wirbelfortsatz gebrochen hat, verzichtete. Dafür spielten Sebastian Prödl, Rosenberg und Sebastian Boenisch. Zudem schonte er den angeschlagenen Kapitän Frank Baumann, der von Jurica Vranjes ersetzt wurde. Auch Inters Coach José Mourinho stellte um, obwohl sein bislang ebenfalls nicht überzeugendes Team bei Lazio Rom in der Serie A zu einem 3:0 gekommen war. Weltmeister Marco Materazzi, der nach einem Zusammenprall mit Rosenberg in der Pause ausgewechselt wurde, sowie Nicolas Burdisso, Alessandro Mancini, Adriano und Ricardo Quaresma kamen für Walter Samuel, Maxwell, Dejan Stankovic, Julio Cruz und Zlatan Ibrahimovic. Der spät eingewechselte Schwede fehlte Inter und beendete mit seinem sehenswerten Anschlusstreffer die Bremer Sorglosigkeit, die sich nach Rosenbergs 2:0 eingeschlichen hatte.
 |