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Bayern fordern Gruppensieg - Podolski soll bleiben

München (dpa) - 24.11.2008, 16:38 Uhr

Lukas Podolski sitzt gelangweilt auf der Bayern-Bank während eines Bundesliga-Spiels.
Lukas Podolski sitzt gelangweilt auf der Bayern-Bank während eines Bundesliga-Spiels.

Ein Punkt gegen Steaua Bukarest reicht, aber der FC Bayern möchte beim Start in die «Wochen der Wahrheit» auch ohne den schon auf gepackten Koffern sitzenden Lukas Podolski mehr.

«Wir wollen ins Achtelfinale, wir wollen für klare Verhältnisse sorgen», sagte Trainer Jürgen Klinsmann zu der tollen Aussicht, schon mit einem Unentschieden vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Dafür reicht gegen den Punktelieferanten aus Rumänien zwar schon ein Unentschieden, aber Kapitän Mark van Bommel forderte einen Sieg: «Mir ist der Gruppensieg sehr wichtig. Dann hat man im Achtelfinale erst ein Auswärtsspiel. Das macht es einfacher.»

Edel-Reservist Podolski wird wegen neuerlicher Rückenprobleme in der noch nicht ausverkauften Allianz Arena wohl einmal mehr fehlen - spätestens im Januar will der Nationalspieler ganz aus München flüchten. «Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte», verkündete er am Montag via «Bild»-Zeitung. Diesen einseitigen Entschluss hat der 23-Jährige - ungeachtet eines gültigen Vertrags bis 30. Juni 2010 - den Verantwortlichen «bereits mitgeteilt», wie er berichtete.

Klinsmann reagierte kühl auf Podolskis öffentlichen Vorstoß. «Für uns ändert sich überhaupt gar nichts. Wir wollen mit Minimum vier Stürmern in die Rückrunde gehen - und einer davon ist Lukas Podolski», erklärte der Trainer. Klinsmann ließ aber erkennen, dass auch seine Gespräche mit seinem ehemaligen Nationalmannschafts- Schützling bislang nicht fruchteten. «Ich rede ständig mit ihm und sage ihm immer wieder, dass er sich durchboxen muss. Die Gespräche gehen immer in die gleiche Richtung.»

Der von Manager Uli Hoeneß noch am Wochenende verkündete Vorstandsbeschluss, dass der deutsche Meister im Winter «aus heutiger Sicht» keinen Profi abgeben will, schert Podolski nicht. Der unter Dauer-Heimweh nach Köln leidende Angreifer hat es nicht geschafft, die «Platzhirsche» Luca Toni und Miroslav Klose zu bedrängen. Nun hat er sich mit seiner Aussage ins Verkaufs-Fenster gestellt, mögliche Interessenten - angefangen bei seinem Ex-Club 1. FC Köln - können ihre Millionen-Angebote abgeben. Das letzte Wort aber hat der FC Bayern, der trotz der Ausleihe des US-Amerikaners Landon Donovan für seine Ziele einen Ersatz für Podolski benötigen würde.


Das Dauer-Thema Podolski beschäftigt auch die Teamkollegen. Kapitän Mark van Bommel sprach von «einer schwierigen Situation» und forderte: «Da muss man eine Lösung finden.»

Für Klarheit in der Champions League wollen die Bayern gegen Bukarest sorgen. Mit acht Punkten liegen sie in Gruppe F gleichauf mit Olympique Lyon. Florenz (3) und Bukarest (1) sind abgeschlagen. Am letzten Spieltag dürfte es in Lyon zum Endspiel um Platz eins kommen. Wie wertvoll der Heimvorteil im entscheidenden Achtelfinal- Rückspiel sein kann, daran erinnerte der neuerdings angeblich auch von Real Madrid umworbene Bastian Schweinsteiger: «So sind wir 2007 schon gegen Real ins Viertelfinale gekommen.» Nach einem 2:3 in Madrid besiegte man die «Königlichen» im eigenen Stadion 2:1.

Die Hoffnungen auf einen erwärmenden Champions-League-Abend ruhen vor allem auf dem «rosaroten Panther» Franck Ribéry. «Ihm zuzuschauen, macht einfach Spaß», sagte Klinsmann. Er werde keine Stammkräfte für die kommenden Bundesliga-Topspiele gegen Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim schonen. Womöglich muss er aber in der Abwehr Martin Demichelis (Wadenprobleme) durch Daniel van Buyten ersetzen, den Torschützen beim 1:0-Sieg in Bukarest.

Steaua steckt in der Krise. Unter dem früheren Bundesliga-Profi Dorinel Munteanu, der am 27. Oktober das Trainer-Amt übernommen hat, gab es bislang nicht die erhoffte Wende. Der 23-malige rumänische Meister hat seit zwölf Pflichtspielen nicht mehr gewonnen. «Ich weiß, alle Welt meint, es folgt das 13. sieglose Spiel», sagte Munteanu. Aber er kehrte am Montag nach Deutschland zurück, «um zu spielen, nicht nur um anwesend zu sein. Ich glaube an die Mannschaft.»

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Rensing - Oddo, Lucio, van Buyten, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto, Ribéry - Klose, Toni

Steaua Bukarest: Zapata - Golanski, Goian, Ghionea, Marin - Radoi, Gomes - Nicolita, Dayro Moreno, Semedo - Stancu

Schiedsrichter: Eric Braamhaar (Niederlande)

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