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Bayern blasen zum Gruppensieg - Podolski will weg

München (dpa) - 24.11.2008, 15:34 Uhr

Lukas Podolski sitzt gelangweilt auf der Bayern-Bank während eines Bundesliga-Spiels.
Lukas Podolski sitzt gelangweilt auf der Bayern-Bank während eines Bundesliga-Spiels.

Ein Punkt gegen Steaua Bukarest reicht, aber der FC Bayern möchte beim Start in die «Wochen der Wahrheit» auch ohne den schon auf gepackten Koffern sitzenden Lukas Podolski mehr.

«Das Spiel hat ungeheure Bedeutung für uns», erklärte Trainer Jürgen Klinsmann angesichts der Aussicht vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Dafür reicht gegen den bisherigen Punktelieferanten aus Rumänien schon ein Unentschieden, aber Kapitän Mark van Bommel fordert einen Heimsieg: «Mir ist der Gruppensieg sehr wichtig. Dann hat man im Achtelfinale zunächst ein Auswärtsspiel», erläuterte der Holländer.

Mit acht Punkten liegen die Bayern in Gruppe F gleichauf mit Olympique Lyon, Florenz (3) und Bukarest (1) sind abgeschlagen. Am letzten Spieltag dürfte es für die Bayern in Lyon zum Endspiel um Platz eins kommen. Wie wertvoll der Heimvorteil im entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel sein kann, daran erinnerte der neuerdings angeblich auch von Real Madrid umworbene Bastian Schweinsteiger: «So sind wir 2007 schon gegen Real ins Viertelfinale gekommen.» Nach einem 2:3 in Madrid besiegte man die «Königlichen» in München 2:1.

Die Hoffnungen auf einen erwärmenden Champions-League-Abend ruhen in erster Linie auf dem «rosaroten Panther» Franck Ribéry - für Wirbel im Vorfeld sorgte aber einmal mehr Lukas Podolski. Der Nationalspieler, der nach einer Oberschenkelprellung zumindest wieder auf der Bank sitzen soll, zog für sich persönlich einen Schlussstrich unter zweieinhalb enttäuschende Jahre beim deutschen Rekordmeister. «Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte», ließ der Angreifer via «Bild»-Zeitung wissen.

Der von Manager Uli Hoeneß noch am Wochenende verkündete Vorstandsbeschluss, im Winter «aus heutiger Sicht» keinen Profi abzugeben, schert Podolski nicht. «Ich habe den Verantwortlichen bereits mitgeteilt, dass ich im Winter weg will», sagte der 23- Jährige - ungeachtet eines gültigen Vertrags bis 30. Juni 2010.


Allerdings will Klinsmann seinen Stürmer nicht ziehen lassen. Für Bayern ändere sich «überhaupt nichts» nach dem geäußerten Wechselwunsch. «Wir wollen mit Minimum vier Stürmern in die Rückrunde gehen - und einer davon ist Lukas Podolski», sagte Klinsmann bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Steaua Bukarest. Podolski dürfte wegen Rückenproblemen erneut ausfallen.

58 Bundesligaspiele, 12 Tore, die nackten Zahlen dokumentieren Podolskis Frust-Bilanz, die auch eine für den FC Bayern ist. Auch unter seinem einstigen Nationalmannschafts-Förderer Jürgen Klinsmann hat der unter Dauer-Heimweh nach Köln leidende Angreifer die «Platzhirsche» Luca Toni und Miroslav Klose nicht bedrängen können. Nun hat sich Podolski ins Verkaufs-Fenster gestellt, mögliche Interessenten - angefangen bei seinem Ex-Club 1. FC Köln - können ihre Millionen-Angebote abgeben. Das letzte Wort aber hat der FC Bayern, der trotz der Ausleihe des US-Amerikaners Landon Donovan für seine hohen Saisonziele einen Ersatz für Podolski benötigen dürfte.

Gegen Bukarest, das nur noch um Platz drei und die Aufnahme in den UEFA-Cup kämpft, könnte Klinsmann in der Innenverteidigung den angeschlagenen Martin Demichelis (Wade) durch Daniel van Buyten ersetzen, den Torschützen beim 1:0-Sieg im Hinspiel.

Steaua steckt in der Krise. Unter dem früheren Bundesliga-Profi Dorinel Munteanu, der am 8. Oktober das Trainer-Amt übernommen hat, gab es bislang nicht die erhoffte Wende. Der 23-malige rumänische Meister hat seit zwölf Pflichtspielen nicht mehr gewonnen. «Ich weiß, alle Welt meint, es folgt das 13. sieglose Spiel», sagte Munteanu. Aber er kehrte nach Deutschland zurück, «um zu spielen, nicht nur um anwesend zu sein. Ich glaube an die Mannschaft.»

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Rensing - Oddo, Lucio, Demichelis, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto, Ribéry - Klose, Toni

Steaua Bukarest: Zapata - Golanski, Goian, Ghionea, Marin - Radoi, Gomes - Nicolita, Dayro Moreno, Semedo - Stancu

Schiedsrichter: Eric Braamhaar (Niederlande)

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