Chelsea will «roten Fluch» bannen
London (dpa) - 29.04.2008, 11:56 Uhr
Chelseas Michael Ballack (M) spielt Liverpools Javier Mascherano aus.
Nach zwei missglückten Anläufen wollen Michael Ballack und sein FC Chelsea gegen den FC Liverpool endlich den «roten Fluch» in der Champions League bannen. «Wir wollen ins Finale», stimmte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Team und Anhänger auf die Partie ein. Nachdem die «Blues» 2005 und 2007 im Halbfinale an den «Reds» scheiterten, soll nach dem 1:1 im Hinspiel dieses Mal im heimischen Stadion an der Stamford Bridge endlich der Knoten platzen. «Wir wirken frisch, besser als die anderen Mannschaften in der Champions League», erklärte der derzeit überragende Ballack, warnte aber vor der Turniermannschaft Liverpool. Für Chelsea stehen die Zeichen gut wie nie. Nach Ballacks Doppelpack beim 2:1 über Spitzenreiter Manchester United in der Premier League hat das Londoner Star-Ensemble Oberwasser. Erstmals tragen die «Blues» das Halbfinal-Rückspiel auf eigenem Platz aus, wo sie in der englischen Liga seit mehr als vier Jahren und in der Champions League seit mehr als zwei Jahren ungeschlagen sind. Nach dem Dusel-Unentschieden in der Vorwoche dank eines Last-Minute-Eigentors durch Liverpools norwegischen Verteidiger John Arne Riise würde der Londoner Millionentruppe schon ein torloses Remis reichen. «Wenn wir ohne Gegentreffer bleiben, sind wir durch», freut sich Chelsea-Keeper Petr Cech.
Doch Liverpool, das unter Trainer Rafael Benitez in acht Partien noch nie an der Stamford Bridge gewinnen konnte, hat den Traum vom dritten Finale in vier Jahren und einer Wiederholung des dramatischen Titelgewinns von 2005 längst nicht aufgegeben. «Ich habe beim 1:0 gegen Inter Mailand in San Siro getroffen, beim 4:0 über Marseille und beim 4:2 über den FC Arsenal - nun ist Chelsea an der Reihe», tönte Liverpools Torjäger Fernando Torres. Der Spanier verbuchte diese Saison bereits 30 Tore auf seinem Konto. Auch «Reds»-Stürmer Peter Crouch, der in 25 Pflichtspielen elf Treffer erzielte und sich wahrscheinlich mit einer Joker-Rolle begnügen muss, kündigte Chelseas Hintermannschaft um Chelsea-Kapitän John Terry viel Arbeit an. «Wenn ich spiele, mache ich ein Tor», so Crouch. Unglücksrabe Riise hofft ebenfalls darauf, dass die «Reds» die Scharte vom Hinspiel auswetzen können: «Es wird ein hartes Match, aber das sind die Partien, für die wir Fußball spielen.» |