Rummenigge: Bundesliga nicht konkurrenzfähig
Stuttgart/München (dpa) - 09.11.2007, 11:30 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München ist besorgt.
Karl-Heinz Rummenigge hält den deutschen Fußball in der Champions League für nicht mehr konkurrenzfähig. Die Ursache für das schlechte Abschneiden der Bundesligisten in der europäischen Königsklasse sieht der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München im finanziellen Rückstand zu den Topligen in Spanien, England oder Italien. «Die deutschen Teilnehmer kommen nun mal nicht ausreichend wettbewerbsfähig in diese Champions League», sagte Rummenigge in einem Interview mit den «Stuttgarter Nachrichten». Man müsse sich nur die Fernseheinnahmen der Clubs anschauen, mit denen es der deutsche Meister VfB Stuttgart in der Gruppe E zu tun habe. «Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass wir so international keine Chance mehr haben. So gut kann kein Manager oder Trainer der Welt arbeiten, um diesen Wettbewerbsnachteil zu kompensieren», erklärte der 52 Jahre alte vor dem Bundesliga- Südgipfel des Rekordmeisters Bayern beim VfB im Daimlerstadion. Die Stuttgarter haben nach dem 2:4 bei Olympique Lyon keine Chance mehr auf das Weiterkommen in der Champions League und haben auch den Sprung in der UEFA-Pokal verpasst.
Rummenigge plädiert daher dafür, die Fernsehgelder in der Bundesliga anders zu verteilen. «Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir entschließen uns zur Einzelvermarktung, oder der Verteilerschlüssel muss sich nach dem Stellenwert und Verdienst der jeweiligen Vereine ausrichten», sagte der Europameister von 1980. Der VfB habe einen anderen Stellenwert als Energie Cottbus oder der VfL Bochum. Im internationalen Fußball spielten die Finanzen eine Hauptrolle. «Sie ermöglichen den Topclubs, sich am Transfermarkt Qualität einzukaufen. Die Bundesliga kauft zurzeit nur Quantität. Das Ergebnis sieht man in den Tabellen der Champions League», sagte Rummenigge. Es könne nicht sein, «dass ein VfB Stuttgart in der Champions League auf die Schnauze kriegt, ohne dass er groß was dafür kann».
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