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Werder dank Diego wieder im Himmel

Zagreb (dpa) - 30.08.2007, 20:24 Uhr

Werder-Spielmacher Diego jubelt erleichtert nach seinem verwandelten Elfmeter.
Werder-Spielmacher Diego jubelt erleichtert nach seinem verwandelten Elfmeter.

Erst flach unten links, dann hoch oben rechts: Mit traumwandlerischer Sicherheit vom Elfmeterpunkt hat Ballkünstler Diego Werder Bremen durch die «Hölle von Zagreb» erneut in den europäischen Fußball-Himmel geführt.

Nach dem 3:2 (2:2) bei Dinamo Zagreb steht der viermalige deutsche Meister zum vierten Mal in Serie in der lukrativen Champions-League-Gruppenphase und darf neben neuen sportlichen Meriten auch Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe erwarten. In der Gruppe C trifft Werder auf den spanischen Meister Real Madrid mit Trainer Bernd Schuster, Lazio Rom und Olympiakos Piräus.

«Da wollen wir angreifen», sagte Clubchef Jürgen L. Born nach der Auslosung in Monte Carlo. Angesichts der Gruppengegner sprach Born von einer «gewissen Ausgeglichenheit». Favorit sei natürlich Real Madrid. In Rom und in Piräus erwartet Born «Hitze in den Stadien. Aber wir haben in Zagreb gelernt, wie man in solch einer Atmosphäre spielen muss.»

Dort hatte Werder trotz vieler Ausfälle kühlen Kopf behalten. «Das ist etwas Außergewöhnliches, was hier passiert ist. Das schafft man nicht so leicht. Dafür kann ich der Mannschaft nur großes Lob zollen», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach der Zitterpartie vor 37 500 euphorischen Dinamo-Anhängern im Maksimir- Stadion der kroatischen Hauptstadt.

Matchwinner Diego durfte sich sogar über eine ausdrückliche Gratulation seines ansonsten nicht eben zu Superlativen neigenden Trainers freuen. Der brasilianische Mittelfeld-Regisseur zeigte wieder die Qualitäten, die ihn in der vergangenen Saison zum Spieler des Jahres in der Bundesliga gemacht haben. «So ein Spiel gibt Motivation. Alles oder nichts: Das macht schon Spaß», befand der 22 Jahre alte Wirbelwind nach seinen Geniestreichen.


Eiskalt verwandelte er zwei Foulelfmeter (13./70. Minute) und war auch am dritten Werder-Treffer durch Boubacar Sanogo (39.) maßgeblich als Initiator beteiligt. «Er hat sensationell gespielt», urteilte Geschäftsführer Klaus Allofs treffend. Der hochgelobte Spieler strahlte über das ganze Gesicht und gab bereitwillig ein Interview nach dem anderen. «Jetzt sind wir wieder da, wo wir hingehören.»

Bevor in den Katakomben der fast 100 Jahre alten Arena allerdings Werders Jubelgesänge (Allofs: «Es gab keine Tänzchen») erklingen konnten, hatte die immer noch stark ersatzgeschwächte Elf gegen einen aggressiven Gastgeber eine überaus schwere Aufgabe zu erledigen. Den beiden Führungstreffern in Halbzeit eins folgte nach individuellen Fehlern jeweils der Ausgleich durch Tore von Ognjen Vukojevic (21.) und Luka Modric (41./Foulelfmeter). Und beinahe wären die Kroaten, die alles andere als zimperlich agierten, sogar in Führung gegangen. Wer weiß, wie die Partie dann geendet und ob Dinamo nach dem 1:2 im Hinspiel vielleicht nicht doch noch die Wende geschafft hätte?

Die Bremer aber wurden mit zunehmender Spieldauer selbst immer sicherer und waren spätestens nach dem 3:2 nicht mehr von ihrem Weg in die Königsklasse abzubringen. «In der zweiten Halbzeit haben wir viel kompakter gespielt», urteilte Nationalspieler Per Mertesacker, der ebenso strahlte wie seine Mannschaftskollegen. Doch dass längst noch nicht alles auf Champions-League-Niveau war, hatte auch er gesehen: «Wir haben schon viel bewegt, aber noch nicht genug.»

Allofs blieb dies natürlich ebenfalls nicht verborgen. Aber die Momentaufnahme, trotz der ungeheuren Personalmisere erneut ganz oben dabei zu sein, verdrängte dies für mehr als eine Nacht. Und das zu Recht. «Wir verfügen nicht über die Mittel wie andere Vereine. Die Einnahmen aus der Champions League sind ganz wichtig für uns», sagte Allofs. «Die Konkurrenz schläft nicht. Die machen richtig Dampf.»

Werder wird dagegenhalten können. Zu den rund 50 Millionen Euro, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) in den vergangenen drei Jahren an die Bremer ausschüttete, kommt nun in der laufenden Saison ein weiterer zweistelliger Millionen-Betrag hinzu. Und sportlich sieht Schaaf sein Team ohnehin auf einem guten Weg: «Wir steigern uns Tag für Tag. Die Zeit kann uns helfen. Wir müssen sehen, dass wir wieder alle Mann an Bord bekommen.»

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