Eiskalt verwandelte er zwei Foulelfmeter (13./70. Minute) und war auch am dritten Werder-Treffer durch Boubacar Sanogo (39.) maßgeblich als Initiator beteiligt. «Er hat sensationell gespielt», urteilte Geschäftsführer Klaus Allofs treffend. Der hochgelobte Spieler strahlte über das ganze Gesicht und gab bereitwillig ein Interview nach dem anderen. «Jetzt sind wir wieder da, wo wir hingehören.» Bevor in den Katakomben der fast 100 Jahre alten Arena allerdings Werders Jubelgesänge (Allofs: «Es gab keine Tänzchen») erklingen konnten, hatte die immer noch stark ersatzgeschwächte Elf gegen einen aggressiven Gastgeber eine überaus schwere Aufgabe zu erledigen. Den beiden Führungstreffern in Halbzeit eins folgte nach individuellen Fehlern jeweils der Ausgleich durch Tore von Ognjen Vukojevic (21.) und Luka Modric (41./Foulelfmeter). Und beinahe wären die Kroaten, die alles andere als zimperlich agierten, sogar in Führung gegangen. Wer weiß, wie die Partie dann geendet und ob Dinamo nach dem 1:2 im Hinspiel vielleicht nicht doch noch die Wende geschafft hätte? Die Bremer aber wurden mit zunehmender Spieldauer selbst immer sicherer und waren spätestens nach dem 3:2 nicht mehr von ihrem Weg in die Königsklasse abzubringen. «In der zweiten Halbzeit haben wir viel kompakter gespielt», urteilte Nationalspieler Per Mertesacker, der ebenso strahlte wie seine Mannschaftskollegen. Doch dass längst noch nicht alles auf Champions-League-Niveau war, hatte auch er gesehen: «Wir haben schon viel bewegt, aber noch nicht genug.» Allofs blieb dies natürlich ebenfalls nicht verborgen. Aber die Momentaufnahme, trotz der ungeheuren Personalmisere erneut ganz oben dabei zu sein, verdrängte dies für mehr als eine Nacht. Und das zu Recht. «Wir verfügen nicht über die Mittel wie andere Vereine. Die Einnahmen aus der Champions League sind ganz wichtig für uns», sagte Allofs. «Die Konkurrenz schläft nicht. Die machen richtig Dampf.» Werder wird dagegenhalten können. Zu den rund 50 Millionen Euro, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) in den vergangenen drei Jahren an die Bremer ausschüttete, kommt nun in der laufenden Saison ein weiterer zweistelliger Millionen-Betrag hinzu. Und sportlich sieht Schaaf sein Team ohnehin auf einem guten Weg: «Wir steigern uns Tag für Tag. Die Zeit kann uns helfen. Wir müssen sehen, dass wir wieder alle Mann an Bord bekommen.»
 |