FC Bayern zieht Berufung im Fall Kahn zurück
München (dpa) - 29.03.2007, 17:04 Uhr
Der FC Bayern München hat die Sperre für Torwart Oliver Kahn akzeptiert.
Im Doping-Eklat um Oliver Kahn hat der FC Bayern München eine überraschende Wende vollzogen und die Sperre seines Kapitäns für das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim AC Mailand akzeptiert. Vier Tage vor der bereits anberaumten Berufungssitzung im schweizerischen Nyon entschieden der Vorstand des deutschen Fußball-Rekordmeisters und der 37 Jahre alte Keeper, ihren Einspruch gegen die von der UEFA verhängte Sperre zurückzuziehen. Damit wird beim Viertelfinal-Hinspiel Michael Rensing das Tor der Münchner hüten. «Wenn Michael eingesetzt wurde, war auf ihn Verlass», vertraut Trainer Ottmar Hitzfeld dem Ersatzmann. «Er brennt auf das Spiel. Er hat mein totales Vertrauen und auch das der Mannschaft». Rensing hat bislang erst ein einziges Spiel in der Champions League absolviert: Ausgerechnet beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AC Mailand feierte der Ersatzkeeper in der vergangenen Saison seinen Einstand in der europäischen Königsklasse. Der deutsche Meister muss im Giuseppe-Meazza-Stadion auch ohne seinen wegen einer Gelb-Roten Karte gesperrten Mittelfeldakteur Mark van Bommel auskommen.
Zur Begründung seines überraschenden Verzichts erklärte der FC Bayern, der Mannschaft solle vor den wichtigen Partien am Samstag gegen Bundesliga-Spitzenreiter FC Schalke 04 und in der Champions League beim Mailand «eine konzentrierte Vorbereitung» ermöglicht werden. Kahn hätte bei der Berufungsverhandlung am Montag persönlich anwesend sein müssen. Dies war bei Trainer Hitzfeld bereits auf Unmut gestoßen: «Ich bin sehr unglücklich über diesen Termin», sagte der Coach der «Bild»-Zeitung. «Kahn ist einer unserer Leader, die Mannschaft muss früh wissen, ob er spielt.» Nach eingehender Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung hatte der deutsche Rekordmeister zunächst im Fall Kahn Berufung eingelegt. Die UEFA hatte den Routinier wegen seines schlechten Benehmens bei einer Dopingkontrolle nach dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid am 7. März für eine Partie gesperrt. |