Kahn hatte sich daraufhin lautstark beschwert und war deshalb für das Viertelfinal-Hinspiel beim AC Mailand gesperrt worden. Die UEFA hatte Kahn und den nur zu einer Geldstrafe in Höhe von 6171 Euro verurteilten Abwehrchef Lucio, die beide wegen der lange dauernden Doping-Kontrolle ihren Unmut geäußert haben sollen, wegen Bruchs der «grundsätzlichen Regeln des guten Benehmens» angeklagt. Kahn hatte sich zuvor in einer Stellungnahme entschuldigt: «Es war nicht okay, wie ich meinen spontanen Frust rausgelassen habe. Es tut mir leid.» Mit einer Sperre rechnete Kahn da aber noch nicht: «Ich habe jetzt über 100 Champions-League-Spiele gemacht und mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Also gehe ich davon aus, dass ich spiele.» Sollte es tatsächlich bei der Sperre bleiben, würde beim Hinspiel in Mailand Vertreter Michael Rensing das Bayern-Tor hüten. «Wir haben mit Rensing einen überragenden Torhüter hinter Kahn», sagte Hitzfeld gelassen. «Ich und die Mannschaft haben vollstes Vertrauen in ihn und werden optimistisch nach Mailand fahren.» Doch noch ist es längst nicht so weit: Dass sich eine mögliche Berufung bei der UEFA lohnen kann, hatte der FC Bayern zuvor erfahren. Nach der Sperre für Antreiber Mark van Bommel hatte sich der Rekordmeister zur Wehr gesetzt. «Wir sind mehr als verwundert und entsetzt über dieses Urteil», hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gewettert. Am Ende reduzierte die UEFA die Sperre für den Niederländer auf eine Partie, so dass van Bommel im Rückspiel gegen Mailand auflaufen kann.
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