Bayern-Keeper Kahn entschuldigt sich bei Dopingarzt
München (dpa) - 20.03.2007, 15:17 Uhr
Torwart Oliver Kahn spricht während einer Champions-League-Pressekonferenz .
Kapitän Oliver Kahn vom FC Bayern München zeigt in der so genannten Pinkelaffäre Reue. Der Torhüter entschuldigte sich in einer schriftlichen Stellungnahme an die UEFA für ein Fehlverhalten bei der Dopingkontrolle nach dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid. «Es war nicht okay, wie ich meiner spontanen Frust rausgelassen habe. Es tut mir leid», sagte Kahn. Eine Sperre für die Partie beim AC Mailand am 3. April befürchtet er nicht: «Ich habe jetzt über 100 Champions-League-Spiele gemacht und mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Also gehe ich davon aus, dass ich spiele.» Kahn und Bayerns Brasilianer Lucio droht für das Viertelfinal-Hinspiel in Mailand die Zuschauerrolle, nachdem die Europäische Fußball-Union (UEFA) beide wegen ausfallenden Verhaltens bei der Dopingkontrolle angeklagt hatte. Ihnen wird vorgeworfen, «grundsätzliche Regeln des guten Benehmens gebrochen zu haben». Sollte die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA am 22. März am Verbandssitz in Nyon in der Schweiz das Duo schuldig sprechen, würde dies den FC Bayern in Mailand arg schwächen.
Trainer Ottmar Hitzfeld muss bereits auf Mittelfeldspieler Mark van Bommel verzichten. Der Niederländer war nach der Gelb-Roten Karte gegen Real für zwei Spiele gesperrt worden, weil er gegen die wegen seiner obszönen Gesten im Hinspiel verhängte Bewährung verstoßen habe. Während sich Hitzfeld nicht zu den Vorfällen äußern wollte und Manager Uli Hoeneß am Wochenende lediglich über «einige Wortgefechte» berichtete, nahm Kahn ausführlich Stellung und bedauerte seine Entgleisung. «So was darf nicht passieren. Ich möchte mich beim Dopingarzt entschuldigen», sagte der 37-Jährige. Nach eigenen Angaben konnte Kahn die Urinproben erst zwei Stunden nach Spielende, «so gegen ein Uhr nachts» abgeben: «Ich kann noch solchen Spielen einfach nicht. Ich trinke Wasser, Mineralgetränke - bis nichts mehr reingeht. Ich brauch' da immer zwei, drei Stunden, bis alles erledigt ist.» |