Mourinho: Wiedersehen in Porto - Ärger in Liverpool
Hamburg (dpa) - 20.02.2007, 13:32 Uhr
Jose Mourinho schaut seinem Team von der Bank aus zu.
Die Reise in die Vergangenheit soll für José Mourinho nur eine Etappe auf dem Weg zum erneuten Triumph sein. Mit dem FC Chelsea will der portugiesische Trainer wiederholen, was ihm 2004 mit dem FC Porto gelungen ist: der Gewinn der Champions League. «Porto ist wie ein Finale für uns», sagte der Coach der «Blues» vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei seinem früheren Club. Dort kann Mourinho voraussichtlich auf Michael Ballack zurückgreifen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte zuletzt wegen einer Muskelverletzung aus dem Länderspiel gegen die Schweiz gefehlt. Am «Tag der Giganten» treffen außerdem die Sieger der beiden letzten Jahre, der FC Liverpool und der FC Barcelona, aufeinander. Der italienische Tabellenführer Inter Mailand empfängt den FC Valencia, der AS Rom den französischen Spitzenreiter Olympique Lyon.
In Porto erwartet Mourinho einen «zwiespältigen Empfang». Zwar genießt er nach dem Außenseiter-Triumph vor drei Jahren noch viele Sympathien, doch sein Abgang sorgte auch für Unmut. «Ich werde mir wohl ein paar nette Lieder anhören müssen», vermutete er. An sein aktuelles Team, dem Khalid Boulahrouz wegen einer Schulterverletzung fehlt, richtete er eine gewohnt selbstbewusste Botschaft: «Porto muss sich über uns mehr Gedanken machen als umgekehrt.» Nach dem Achtelfinal-Aus im vergangenen Jahr gegen Barcelona steht Mourinho zwar unter Druck; englischen Pressegerüchten, wonach der Coach bei Real Madrid im Gespräch sein soll, trat Vorstandsmitglied Bruce Buck aber entgegen. Er glaube und hoffe, dass Mourinho über die laufende Saison hinaus an der Stamford Bridge Trainer bleiben werde, sagte er. Weit mehr Wirbel als Chelsea, das zuletzt sechs Mal zu Null gewann, muss derzeit der FC Liverpool verkraften. Im kurzfristig eingeschobenen Trainingslager vor dem Duell beim Titelverteidiger lieferten sich die Spieler in Portugal eine wilde Prügelei, bei der sogar die Polizei einschreiten musste. So soll Stürmer Craig Bellamy mit einem Golfschläger auf seinen Teamkollegen John Arne Riise losgegangen sein. Trainer Rafael Benitez kündigte harte Sanktionen an - Bellamy etwa droht eine Strafe von 120 000 Euro. «Die Stimmung bei den Jungs ist trotz gegenteiliger Berichte sehr gut», sagte Benitez. Die beiden italienischen Vertreter können die Champions League nutzen, um nach den jüngsten Fan-Ausschreitungen wieder ein positives Bild aus dem Land des Weltmeisters zu zeigen. Mit viel Selbstvertrauen geht vor allem Inter Mailand in das Duell gegen Valencia: Der Meister und Pokalsieger hat seine Siegesserie in der Serie A auf 16 Spiele ausgeweitet und hat nun schon 14 Punkte Vorsprung vor dem AS Rom. Den Römern steht gegen Lyon eine der unbequemsten Aufgaben in der europäischen Eliteklasse bevor.
|