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«Arme» Bayern: Topverdiener mit 210 Millionen

München (dpa) - 12.09.2006, 13:47 Uhr

Arbeiter tragen in der Allianz-Arena eine Bande mit dem Bayern-Logo.
Arbeiter tragen in der Allianz-Arena eine Bande mit dem Bayern-Logo.

Ob Bayern München, Werder Bremen oder der Hamburger SV - für die drei Bundesliga-Vertreter ist die Champions League nicht nur sportlich attraktiv, sondern auch ein lukratives Millionenspiel.

Und auch wenn die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß bei jeder Gelegenheit die finanzielle Unterlegenheit der deutschen Vereine gegenüber den Spitzenclubs aus England, Spanien und Italien beklagen, ist Europas Königsklasse insbesondere für den deutschen Rekordmeister eine wahre Goldgrube.

In der Geldrangliste der Champions League stehen die Bayern vor der neuen Saison weiterhin auf Platz 1 - vor Real Madrid, Manchester United, Titelverteidiger FC Barcelona und allen anderen Vertretern des europäischen Geldadels. Insgesamt 210 Millionen Euro hat der Rekordmeister seit der ersten Teilnahme in der Saison 1994/95 an Antrittsgeldern, Prämien und Ausschüttungen aus dem so genannten TV-Pool von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erhalten - mehr als alle anderen Spitzenvereine in diesem Zeitraum. Rechnet man die Eintrittsgelder der Zuschauer aus den 54 Heimspielen inklusive der Partie gegen Spartak Moskau hinzu, erhöhen sich die Einnahmen des Titelgewinners von 2001 auf rund 300 Millionen Euro.

In der Geld-Rangliste folgen hinter dem deutschen Rekordmeister Manchester United und Real Madrid mit jeweils 194 Millionen Euro gemeinsam auf Rang zwei. Juventus Turin (172 Mio), Vorjahresfinalist FC Arsenal London (171), AC Mailand (147) und der FC Barcelona (143) folgen auf den weiteren Plätzen. Bayer 04 Leverkusen, Finalist von 2002, ist mit 109 Millionen Euro die Nummer 2 in Deutschland vor Borussia Dortmund (89 Mio), dem Champions-League-Sieger von 1997.

Auch die Saison-Bestmarke halten nach wie vor die Bayern: 46 Millionen Euro kassierten die Münchner im Triumphjahr 2001 - der absolute Spitzenwert. Zum Vergleich: Barcelona musste sich beim Titelgewinn 2006 mit knapp 32 Millionen Euro begnügen.


Trotz der vielen Millionen sieht sich der Bundesliga-Krösus zunehmend im sportlichen Nachteil gegenüber Clubs wie Gruppengegner Inter Mailand, Barcelona oder dem FC Chelsea, die national viel höhere TV-Einnahmen verbuchen und auf private Geldgeber wie den russischen Milliardär Roman Abramowitsch zurückgreifen können.

Rund 80 Millionen Euro fehlten dem FC Bayern im Vergleich zu diesen Vereinen im Jahr, beklagt Hoeneß. Die Konsequenz laute: «Es ist aus meiner Sicht grundsätzlich nicht möglich, die Champions League zu gewinnen.» Dafür tragen die mindestens 15 bis maximal 40 Millionen Euro, die der deutsche Meister auch diese Saison wieder in der Königsklasse verdienen wird, mit dazu bei, die Vormachtstellung in der Bundesliga zu festigen oder sogar noch weiter auszubauen.

Ohne die Champions-League-Millionen hätte sich auch Werder Bremen vor dieser Saison nicht weitere Top-Leute wie den Brasilianer Diego und Nationalspieler Per Mertesacker leisten können. «Ohne diese Einnahmen wäre einer von den beiden weggeblieben», sagte Jürgen L. Born, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung. «Die Einnahmen der Champions League spielen für uns eine sehr große Rolle.» 32 Millionen Euro waren es - ohne Zuschauereinnahmen - in den letzten beiden Spielzeiten. «Wenn wir zwei Jahre nicht Champions League spielen», erklärte Born, «müssten wir bestimmt Spieler abgeben».

Erst die erfolgreiche Qualifikation für die Champions League ermöglichte auch dem HSV weitere Investitionen in die Mannschaft. 4,4 Millionen Euro erhalten die Hamburger wie jeder andere Club allein an Startgeld und Spielprämien in der Vorrunde, jeder Sieg in der Gruppenphase ist weitere 600 000 Euro wert. Mit dem Ball rollt so in jedem Spiel auch der Rubel: Insgesamt schüttet die UEFA 2006/07 die Rekordsumme von 530 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer aus.

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