Trotz der vielen Millionen sieht sich der Bundesliga-Krösus zunehmend im sportlichen Nachteil gegenüber Clubs wie Gruppengegner Inter Mailand, Barcelona oder dem FC Chelsea, die national viel höhere TV-Einnahmen verbuchen und auf private Geldgeber wie den russischen Milliardär Roman Abramowitsch zurückgreifen können. Rund 80 Millionen Euro fehlten dem FC Bayern im Vergleich zu diesen Vereinen im Jahr, beklagt Hoeneß. Die Konsequenz laute: «Es ist aus meiner Sicht grundsätzlich nicht möglich, die Champions League zu gewinnen.» Dafür tragen die mindestens 15 bis maximal 40 Millionen Euro, die der deutsche Meister auch diese Saison wieder in der Königsklasse verdienen wird, mit dazu bei, die Vormachtstellung in der Bundesliga zu festigen oder sogar noch weiter auszubauen. Ohne die Champions-League-Millionen hätte sich auch Werder Bremen vor dieser Saison nicht weitere Top-Leute wie den Brasilianer Diego und Nationalspieler Per Mertesacker leisten können. «Ohne diese Einnahmen wäre einer von den beiden weggeblieben», sagte Jürgen L. Born, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung. «Die Einnahmen der Champions League spielen für uns eine sehr große Rolle.» 32 Millionen Euro waren es - ohne Zuschauereinnahmen - in den letzten beiden Spielzeiten. «Wenn wir zwei Jahre nicht Champions League spielen», erklärte Born, «müssten wir bestimmt Spieler abgeben». Erst die erfolgreiche Qualifikation für die Champions League ermöglichte auch dem HSV weitere Investitionen in die Mannschaft. 4,4 Millionen Euro erhalten die Hamburger wie jeder andere Club allein an Startgeld und Spielprämien in der Vorrunde, jeder Sieg in der Gruppenphase ist weitere 600 000 Euro wert. Mit dem Ball rollt so in jedem Spiel auch der Rubel: Insgesamt schüttet die UEFA 2006/07 die Rekordsumme von 530 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer aus.
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