Paris (dpa) - 17.05.2006, 13:31 Uhr
Es sollte ein Zeichen seiner großen Fußball-Begeisterung sein, doch es wurde zu einem bislang einmaligen Eigentor: Schiedsrichter-Assistent Ole Hermann Borgan hat sich durch ein Zeitungsfoto im Barcelona-Trikot selbst ins Abseits gestellt.
Die UEFA zog am Vorabend des Champions-League-Finales zwischen dem FC Barcelona und dem FC Arsenal in Paris die einzig mögliche Konsequenz und strich den Norweger kurzfristig aus dem insgesamt vierköpfigen Team um Schiedsrichter Terje Hauge. Für ihn wurde sein Landsmann Arild Sundet mit dem Job an der Seitenlinie beauftragt.
Der für das Finale als Referee-Beobachter eingesetzte deutsche Schiedsrichter-Obmann Volker Roth hielt sich mit einer Bewertung des Falls zurück. «So etwas hat es ja bisher noch nicht gegeben», sagte er. Offenbar gibt es in den Vorschriften aber eine Lücke, denn laut Roth sind den Schiedsrichtern Auftritte in Vereinsfarben nicht schriftlich untersagt. Dennoch blieb der UEFA keine Wahl. Um die auch von Arsenal-Trainer Arsene Wenger befürchteten «unnötigen Diskussionen» gar nicht erst aufkommen zu lassen, wurde Borgan zurückgepfiffen.
Seinen eigentlich unübersehbaren Fauxpas hatte Borgan erst zu spät realisiert. Sein «Chef» Hauge hatte danach mit einem am Dienstagabend in Paris vor Journalisten eher unbeholfen vorgetragenen Statement versucht, die Wogen zu glätten. Doch für die UEFA war der Fall damit - wie von dem 40-Jährigen in seiner Erklärung angenommen - natürlich nicht erledigt.
Borgans Beteuerungen, dass er kein Barcelona-Fan sei, nutzen ihm nichts. Er habe für das Lokalblatt «Drammens Tidende» nur im Dress des spanischen Meisters posiert, um für einen Artikel über ihn eine optische Verbindung zum Finale herzustellen. Ein Arsenal-Trikot sei bei dem Interviewtermin nicht verfügbar gewesen.