Finale: UEFA feiert trotz «G14»-Konflikt
Paris (dpa) - 17.05.2006, 15:38 Uhr
Die Champions-League-Trophäe der UEFA.
Ronaldinho, Thierry Henry, Jens Lehmann, Samuel Eto'o, Deco, Cesc Fabregas und Edmilson: Die Liste der Superstars beim Finale der Champions League in Paris war lang. Da wollte auch die UEFA als Veranstalter nicht zurückstehen und stellte das Endspiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Arsenal unter das unbescheidene Motto «50 Meister-Jahre». Doch über dem mit einem Fanfestival unter dem Eiffelturm begonnenen und der Partie im Stade de France beendeten Jubiläum lag ein Schatten. Ausgerechnet die wichtigsten Protagonisten der als Premiumprodukt verkauften Champions League liegen mit der Europäischen Fußball-Union im Clinch. Ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Finale um den damals noch Pokal der Landesmeister genannten Europacup zwischen Real Madrid und Stade de Reims (4:3) am gleichen Ort steht die Zukunft des Wettbewerbs in den Sternen. Die in der Interessengemeinschaft «G14» organisierten Spitzenclubs - darunter auch die beiden Finalisten sowie die Bundesliga-Vereine Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen - proben seit geraumer Zeit den Aufstand und reklamieren für sich mehr Geld und mehr Einfluss.
Mögliche Friedenssignale nach der verbalen Eskalation beim UEFA-Kongress im März in Budapest, waren in Paris nicht zu vernehmen. Klipp und klar hatte UEFA-Präsident Lennart Johansson beim Meeting in Ungarn vor knapp zwei Monaten die Verbandshaltung artikuliert und den Vereinen vorgehalten, sich über «die fundamentalen Prinzipien der Demokratie hinwegzusetzen und sich pompös zu Sprechern aller Clubs zu erklären». UEFA-Kommunikationsdirektor William Gaillard hatte sogar die Worte «Apartheid, Oligarchie und Angst vor Wettbewerb» benutzt. Hintergrund ist die von den mittlerweile 18 in der «G14» organisierten Vereinen in einem internen Papier festgehaltene Idee, die Champions League mittelfristig in eine Europa-Liga ohne Auf- und Abstieg zu verwandeln und kurzfristig die vor drei Jahren abgeschaffte Zwischenrunde in dem Wettbewerb wieder einzuführen, um mehr Einnahmen zu generieren. |