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Spanien feiert Bara - Milan hofft auf «Super-Pippo»

Mailand (dpa) - 19.04.2006, 12:02 Uhr

Barcelonas Ronaldinho feiert den Sieg gegen den AC Mailand.
Barcelonas Ronaldinho feiert den Sieg gegen den AC Mailand.

Während Spanien einmal mehr Weltfußballer Ronaldinho zu Füßen liegt, setzt Italien beim zweiten Gipfel der europäischen Fußball-Giganten seine ganze Hoffnung auf «Super-Pippo» Filippo Inzaghi.

«Klammer Dich an Inzaghi», titelte die «La Gazzetta dello Sport» nach der 0:1-Heimpleite des AC Mailand im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen den FC Barcelona. Angesichts der hervorragenden Ausgangsposition der Katalanen für das Rückspiel am 26. April im Camp Nou sieht die spanische Presse unterdessen die Zeit der Wachablösung gekommen.

«Der König versagt nie! Ronaldinho entschied die Partie mit einem genialen Pass. Giuly hat möglicherweise eine neue Ära eingeleitet: Der große AC Mailand macht dem großen FC Barcelona Platz», schrieb das Sportblatt «As». Die Huldigungen für «Fußball-König» Ronaldinho kannten nach dessen erneutem Geniestreich in San Siro keine Grenzen. «Die Musen haben sich in Ronaldinho verliebt und den AC verlassen», schrieb «El País» angesichts des Zauberpasses des brasilianischen Weltmeisters, den Ludovic Giuly (57.) zum entscheidenden Tor des Abends mitten ins Mailander Fußball-Herz schoss. «Ronaldinho war der Crack. Es war ein Sieg für die Geschichte», titelte «Sport», während sich der Hochgelobte selbst in Bescheidenheit übte. «Es ist eine Ehre, hier zu siegen», sagte der Dribbel-Virtuose.

Doch trotz der halben Miete für den erstmaligen Einzug ins Endspiel des bedeutendsten europäischen Vereinswettbewerbs seit dem Gewinn des Pokals der Landesmeister 1992 blieb Barcas Coach Frank Rijkaard zurückhaltend. «Es ist ein tolles Ergebnis, aber Euphorie herrscht nicht», sagte der Niederländer, der gegen seinen alten Club Glück hatte. Laut «Marca» hatte er Giuly in der Pause mitgeteilt, ihn in der 55. Minute auswechseln zu wollen. Doch der Franzose bekniete seinen Trainer förmlich, ihn bis zur 65. Minute spielen zu lassen und dankte es mit dem Tor des Abends.

Seinen fünften Champions-League-Treffer hätte Inzaghi nur allzu gern geschossen. Doch wegen einer fiebrige Angina saß der Stürmer zu Hause. «Dass ich ausgerechnet jetzt im Bett liege, ist wie ein übler Zauber», klagte Inzaghi. Doch trotz des «hässlichen Ergebnisses» bleibt AC-Trainer Carlo Ancelotti, für den angesichts des fast schon verspielten Titels in der Serie A und dem letztjährigen Final-K.o. gegen den FC Liverpool im Elfmeterschießen das Rückspiel zum Schicksalsspiel wird, optimistisch: «Wir können das in Barcelona noch umdrehen.»


Auch Milans Torjäger vom Dienst, Andrej Schewtschenko, sieht sein Team noch nicht am Boden. «Wir werden das Ergebnis in Barcelona ausradieren», versprach der Ukrainer, der in letzter Zeit aber zu viele Torchancen vergeudet, so auch am Dienstagabend vor den 78 894 Zuschauern im ausverkauften Guiseppe-Meazza-Stadion.

Unterdessen hat die italienische Presse ihre ganz eigenen Mutmaßungen für das 0:1 aufgestellt: Milan verlor vielleicht auch, weil Club-Besitzer Silvio Berlusconi fehlte. Der gerade abgewählte Ministerpräsident kam zwar pünktlich, machte auf dem Weg zur Ehrentribüne aber plötzlich kehrt und verschwand. Milans Vize- Präsident Adriano Galliani versuchte Berlusconis «mysteriöse Umkehr mit dessen hellseherischen Fähigkeiten» zu erklären. «Möglicherweise hat er eine Vorahnung gehabt, dass dieses Spiel verhext ist», meinte Galliani und ließ im selben Atemzug von Berlusconi aber ausrichten, dass der Club-Boss «überzeugt davon ist, dass Milan es noch schaffen kann».

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