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Owomoyela - ein Spätstarter auf dem Fußballfeld

Bremen (dpa) - 22.02.2006, 10:42 Uhr

Werders Patrick Owomoyela (l) und Mustafa Kucukovic vom HSV im Zweikampf.
Werders Patrick Owomoyela (l) und Mustafa Kucukovic vom HSV im Zweikampf.

Der Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga war geradezu typisch für Patrick Owomoyela. Der Rechtsverteidiger ist ein klassischer Spätstarter, der erst im Alter von 24 Jahren sein Erstliga-Debüt feierte.

Auch im neuen Jahr hatte der Nationalspieler Anlaufprobleme, fand sich bei Werder Bremen zunächst auf der Bank wieder und schaffte unmittelbar vor dem ersten Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin den Sprung in die Stammelf. «Es war wichtig, wieder in die richtige Spur zu kommen», sagte Owomoyela nach dem Bremer Sieg in Dortmund - und könnte mit Blick auf die Weltmeisterschaft auch sich selber meinen.

Es ist noch nicht so lange her, da waren Champions-League-Spiele für Owomoyela reine Fernseh-Ereignisse. Noch bis 2003 kickte der gebürtige Hamburger in der Regionalliga, kam über die Stationen Lüneburg, Osnabrück und Paderborn zu Arminia Bielefeld, ehe er vom Abstiegskandidaten zum Meisterschaftsanwärter wechselte. «Damals war ich noch flippig. In der Regionalliga gab es für das Spielen ein gutes Taschengeld, das fand ich toll», gibt Owomoyela zu. Fußball habe er «just for fun» gespielt, zum Spaß und nicht besonders zielstrebig. Er habe erst lernen müssen, ehrgeizig zu sein.

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Ernsthafter wurde es für den Hobby-Basketballer erst als Vollprofi bei Arminia Bielefeld, wo ihm im zweiten Jahr sogar der Sprung in die Nationalmannschaft gelang. Owomoyela sorgte vor allem mit seinen Offensivläufen für Furore. Probleme bereitete ihm eher das Defensivverhalten - das hat sich auch in seinem ersten Jahr in Bremen nicht geändert.

«Ich muss mich in vielen Dingen verbessern», sagt der von den Fans «Owo» genannte Spieler. «Es geht mir nicht darum, jede Woche die Note zwei von der Zeitung zu bekommen. Ich will einfach weniger Fehler machen. Ich gehe zu oft mit zu hohem Risiko nach vorne und mache statt des leichten Passes den schwierigen.»


Dass bei diesen Bemühungen extreme Schwankungen auftreten, haben nicht nur Trainer Thomas Schaaf und die Fans gemerkt, sondern auch der Spieler selber. «Ich hätte gerne konstanter gespielt, öfter mal Topleistungen gezeigt und einige Böcke nicht geschossen», sagt Owomoyela. Angesichts seines schnellen Aufstiegs und Werders extrem hoher Spielgeschwindigkeit sind die Probleme allerdings durchaus verständlich. «Wir spielen hier auf einem ganz anderen Niveau. In Bielefeld ging es nur um den Klassenerhalt.»

Dass Schaaf und Manager Klaus Allofs großes Vertrauen in ihn setzen, zeigten sie durch die Vertragsauflösung von Ümit Davala, dem bis dahin einzigen Konkurrenten auf der rechten Außenbahn. Das Signal hatte Owomoyela offensichtlich falsch verstanden - und Schaaf setzte den gern lässig auftretende Fußballer in den ersten Rückrunden- Spielen auf die Bank und ließ den finnischen Innenverteidiger Petri Pasanen als Rechtsverteidiger spielen. «Es fällt mir generell schwer, nach Pausen wieder reinzukommen», meinte der Spieler.

«Er hat nicht das gezeigt, was wir uns von ihm erwarten», sagte Allofs. Owomoyela scheint seine Lektion allerdings gelernt zu haben. Im Training «gab er wieder Gas», wie es Schaaf nannte, und kämpfte sich ins Team zurück.

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