Besser als im Film: Didier Drogbas späte Vollendung
München (dpa) - 20.05.2012, 16:57 Uhr
Lieber spät als nie: Didier Drogba hat zum ersten Mal ein großes Finale gewonnen. Foto: Marc Mueller
Ohne Häme oder gar Schadenfreude nahm Didier Drogba Bayerns Sündenbock Arjen Robben tröstend in den Arm. Der Stürmerstar des FC Chelsea zeigte nach seinem triumphalen Auftritt beim Finale der Champions League auch menschlich Größe. Dabei stand er mindestens so unter Druck wie jeder einzelne Münchner Profi beim Finale «dahoam». Denn bis zum Samstagabend um 23.29 Uhr hatte Drogba noch nie ein großes Finale gewonnen. 2008 durfte er beim dramatischen Elfmeter-Krimi gegen Manchester United erst gar nicht mehr antreten, er hatte in der 116. Minute die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit gesehen. Diesmal wäre ihm fast die 95. Minute zum Verhängnis geworden. Drogba foulte Bayerns Franck Ribéry im Strafraum - Elfmeter. Aber Robben, den Drogba aus der Zeit des Niederländers bei Chelsea (2004 - 2007) bestens kennt, verschoss.
Drogba kennt das Gefühl. Und es holte ihn ein, als er auf dem Weg zum alles entscheidenden Elfmeter nach dem 1:1-Endstand nach Verlängerung war. «Ich hatte Selbstvertrauen, aber in meinem Kopf kreiste immer noch der Afrika Cup herum, als ich für meine Mannschaft den Pokal hätte holen können.» Das war im Februar, Drogba verlor das Finale mit der Elfenbeinküste gegen Sambia. Schon 2006 hatte er im Endspiel des Kontinental-Cups eine Pleite nicht verhindern können. Bei Olympique Marseille hatte er im UEFA-Cup-Endspiel 2004 gegen den FC Valencia das Nachsehen. |