UEFA: Kein Betrugsverdacht - Behörde ermittelt
Nyon (dpa) - 08.12.2011, 19:58 Uhr
Die Spieler von Ajax Amsterdam haben gegen Real Madrid verloren. Foto: Olaf Kraak
Nach dem skandalumwitterten 7:1-Erfolg von Olympique Lyon bei Dinamo Zagreb wehren sich die Vereine gegen einen Betrugsverdacht, die UEFA sieht keine Gründe für Ermittlungen. «Zum jetzigen Zeitpunkt» habe das Warnsystem «keine irregulären Wettmuster bezüglich des gestrigen Spiels gezeigt, die eine Untersuchung rechtfertigen würden», teilte die Europäische Fußball-Union (UEFA) in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Nach dem 0:3 von Ajax Amsterdam gegen Real Madrid, bei dem zwei offenbar reguläre Ajax-Tore aberkannt wurden, und dem 7:1 von Lyon in Zagreb hatten die Franzosen den niederländischen Rekordmeister dank der besseren Tordifferenz noch abgefangen und das Achtelfinale der Champions League erreicht. Vor allem in niederländischen Medien war anschließend von Betrug die Rede. In Internet-Foren tauchten Fotos eines Zagreb-Spielers vor einem Wettbüro auf.
«Das Resultat ist auffallend. Aber wenn seltsame Dinge geschehen sind, muss man diese beweisen können», sagte Ajax-Trainer Frank de Boer zurückhaltend. Hätte Lyon nur 4:1 gewonnen, wäre Ajax trotz der 0:3-Heimniederlage gegen Real Madrid ins Achtelfinale eingezogen. Die UEFA könne darüber nicht einfach so hinweggehen, erklärte Ajax-Direktor Martin Sturkeboom am Donnerstag. Das Begehren um Klärung werde der UEFA offiziell per Brief übermittelt, kündigte er an. «Wir wollen auf alle Fälle eine Reaktion von der UEFA», erklärte Sturkenboom. «Wir erwarten zwar nicht, dass dabei viel herauskommt. Aber gar nichts tun, ist auch keine Option.» Die UEFA warte nun die Berichte des Schiedsrichters, der Schiedsrichterbeobachter und der Match-Delegierten ab, hieß es in dem UEFA-Schreiben. Man wolle sehen, ob nach deren Ansichten «etwas Verdächtiges passiert sein könnte». Wenn es Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten gebe, werde die UEFA Untersuchungen einleiten. «Aber im Moment gibt es dafür keine Gründe», schrieb der Verband. Das Wettbetrugs-Warnsystem habe bislang keine Auffälligkeiten gemeldet. |