Ribéry macht sich als Teamworker beliebt. Mit acht Treffern und neun Torvorlagen ist er gemeinsam mit dem Schalker Torjäger Klaas Jan Huntelaar (13 Tore, 4 Vorlagen) der Topscorer der Bundesliga. Der Franzose setzt oft andere in Szene - besonders Torjäger Mario Gomez. Darum wird Ribéry sogar verziehen, wenn er wie beim 4:1 gegen Bremen Gomez ein Tor stiehlt, während um den zweifachen Elfmeter-Torschützen Robben zugleich eine neue Eigensinn-Debatte entbrennt. Der Tordieb Ribéry erlaubte sich hinterher sogar noch einen Teamgeist-Appell: «Wir müssen ein bisschen an alle Spieler denken», bemerkte er. Inzwischen bezieht Ribéry auch häufiger Position - auch öffentlich redet er vermehrt Deutsch. So votierte er jüngst für Toni Kroos als Spielmacher («Für mich ist er unsere Nummer 10»), dazu formuliert er Ziele und Ansprüche: «Wenn bei uns alle Spieler fit sind, können wir ohne Probleme gegen Barcelona oder Real Madrid antreten», sagte er. Die internationale Bühne motiviert Ribéry besonders. Hier jagt der Flügelflitzer seinen größten sportlichen Träumen nach. Und hier hat er Nachholbedarf, nachdem er 2010 erst wegen einer dummen Sperre das Champions-League-Finale mit den Bayern gegen Inter Mailand verpasste und anschließend bei der verkorksten Weltmeisterschaft in Südafrika seinen Ruf in seiner Heimat Frankreich nachhaltig ruinierte. 2012 soll das besser werden: Erst möchte Ribéry am 19. Mai in München mit dem FC Bayern das Heimfinale bestreiten und gewinnen. Danach möchte er mit Frankreich bei der Europameisterschaft «den Titel holen». Nach der Auslosung in der letzten Woche fiel ihm dabei ein Stein vom Herzen, wie er im «Kicker» verriet: «Gut, dass wir nicht in der Todesgruppe von Deutschland gelandet sind.» Seinen Münchner Teamkollegen will er frühestens im EM-Finale begegnen.
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