Die Ausgangslage für den BVB war klar: Dortmund brauchte gegen den Siebten der französischen Meisterschaft einen hohen Sieg, um die von Coach Jürgen Klopp auf «circa drei Prozent» eingeschätzte Chance aufs Weiterkommen zu wahren. Dementsprechend offensiv richtete Klopp seine Elf vor 65 000 Zuschauern im ausverkauften BVB-Stadion aus und bot vor dem formstarken Robert Lewandowski Angreifer Lucas Barrios auf. Dahinter sollte Jungstar Mario Götze wirbeln, der in der 18. Minute Marseilles Keeper Steve Mandanda erstmals prüfte. Diese Chance wirkte wie ein Hallo-Wach-Effekt auf die Klopp-Schützlinge. Nun kam das Angriffsspiel des Bundesliga-Zweiten ins Rollen, fast zwangsläufig fiel das 1:0 durch Blaszczykowski, der eine Vorlage von Lewandowski ins lange Eck donnerte. Danach setzten die Hausherren zu einem Sturmlauf an, so dass die Hoffnungen der BVB-Fans auf eine magische Nacht wuchsen. Erst recht, nachdem Hummels vom Elfmeterpunkt die Führung ausbaute. Doch der Ausfall von Kehl, der vor dem Strafstoß von Stephane Mbia im Gesicht getroffen und mit einer blutenden Wunde vom Platz getragen worden war, schien die Dortmunder trotz einer weiteren Chance durch den später mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselten Götze (40.) zu hemmen. Wie so oft in dieser Champions-League-Saison führte gleich die erste Chance eines Dortmunder Rivalen zum Gegentreffer. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verlor Lukasz Piszczek kurz Remy aus den Augen - und der OM-Angreifer war per Kopf erfolgreich. In Durchgang zwei konnten die Dortmunder ihre Dominanz nicht aufrechterhalten, Marseille witterte Morgenluft. Bis auf einen harmlosen Schuss von Ilkay Gündogan (49.) hatte der deutsche Meister nichts mehr zu bieten, so dass in der Endabrechnung ein bitteres Europa-Aus steht. Zumal in der Schlussphase Olympiques Doppelschlag für die erste BVB-Heimniederlage in der Königsklasse sorgte.
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