Seine Millionentruppe (7 Punkte) ist zuletzt mit zwei Siegen gegen Villarreal (0) am SSC Neapel (5) vorbeigezogen. Ein Unentschieden im Stadio San Paolo würde Manchester folglich schon reichen, um den so wichtigen zweiten Tabellenplatz hinter Bayern München (10) zu festigen. Mancini und die Champions League passten bislang allerdings genauso schlecht zusammen wie der Fanschal und der feine Anzug, die er bei den Spielen seiner Mannschaft zu kombinieren pflegt. In der Saison 2003/04 wurde er mit Lazio Rom nur Gruppenletzter. Bei Inter Mailand durfte der ehemalige Weltklassestürmer danach zwar ähnlich teuer einkaufen wie jetzt bei ManCity. Aber trotz eines Zlatan Ibrahimovic oder Luis Figo im Team war vier Jahre lang spätestens im Viertelfinale Schluss. 2008 wurde Mancini deshalb in Mailand entlassen und durch José Mourinho ersetzt. Der Name des Portugiesen verfolgt ihn seitdem wie ein Schatten. Auch in Manchester wurde Mourinho immer wieder gehandelt. Zumindest solange, bis Mancini seine Position durch den Gewinn des FA-Cups erst einmal sicherte. Der Italiener weiß allerdings genau, dass seine Arbeit nur am Abschneiden in der Champions oder der Premier League gemessen wird. «Unsere Ambitionen sind viel größer als das, was wir gerade erreicht haben», sagte City-Präsident Khaldoon Al Mubarak nach dem Pokalsieg. Clubbesitzer, die gerade ein Saisonminus von 228 Millionen Euro ausgeglichen oder einen einzigen Spieler wie Sergio Aguero für rund 45 Millionen verpflichtet haben, werden nicht vor der Abfindung für einen Trainer zurückschrecken, dem sie nicht mehr vertrauen. Diesen Druck gibt Mancini an seine Spieler weiter - mit einem unnahbaren, rigorosen Führungsstil. Er hat den renitenten Carlos Tevez aus dem Team geworfen und lässt in Manchester so viel Taktik trainieren, dass einige Profis schon vor dem Argentinier murrten. Besonders gern trommelt Mancini in eigener Sache: «Wir spielen jetzt zwar nicht besser als Real Madrid oder Barcelona, aber wir sind nah dran», sagte er. «Es ist sehr wichtig für uns, die nächste Runde zu erreichen. Wir können in den nächsten Monaten viel erreichen.» Sein Rivale Mourinho ist ihm dabei schon wieder einen Schritt voraus, denn Real hat die Vorrunde bereits überstanden. In der Gruppe der Spanier geht es nur noch darum, ob Olympique Lyon oder Ajax Amsterdam den «Königlichen» ins Achtelfinale folgt. Auch Mancinis Ex-Club Inter benötigt dafür nur noch einen Sieg bei Trabzonspor.
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