Nach so manchem Sparringspartner in der Bundesliga war der FC Bayern auch gegen das Schwergewicht von der Insel nicht zu Boden gegangen. Spätestens nach dem beeindruckenden Auftritt um einen überaus spielfreudigen Ribéry und einen als Chef lenkenden Schweinsteiger sind sich die Münchner bemerkenswert früh sicher, dass es in diesem Jahr zumindest zum nationalen Titel reicht. «Ich glaube, dass uns in der Bundesliga keiner gefährden kann. Wir sind auf einem guten Weg», sagte Kapitän Philipp Lahm und nahm daher schon einmal die ganz großen Clubs ins Visier. «In der Champions League gilt es dann, Barcelona, Real Madrid, Manchester United zu schlagen.» Dass die Münchner allerdings so souverän und sicher gewinnen würden, war in der Anfangsphase der Partie noch nicht abzusehen. Da steckten die Bayern-Bosse mit beeindruckten Gesichtern schon einmal auf der Tribüne die Köpfe zusammen und erwarteten wohl auch mehr Arbeit für den dann doch wieder kaum geforderten und seit 928 Pflichtspielminuten unüberwundenen Manuel Neuer. «Ich hab' nicht gedacht, dass ich so wenig zu tun bekomme», meinte der Keeper selbst. Auf dem Platz «wunderte» sich indes Toni Kroos, dass bei zwei Zweikämpfen von Jérome Boateng der Elfmeterpfiff von Viktor Kassai (Ungarn) ausgeblieben war. Mehr und mehr bekamen die Bayern die Partie aber in den Griff; am Ende freute sich Sportdirektor Christian Nerlinger über eine «bravourös bestandene Standortbestimmung». Und das nur mit einem Mini-Einsatz des erst in der 90. Minute für Ribéry eingewechselten Arjen Robben! Dass die lange Zuschauerrolle für den wiedergenesenen Niederländer auf der wichtigsten Vereins-Fußballbühne alles andere als einfach war, konnte der bei seiner Auswechslung gefeierte Franzose «verstehen». «Aber wir brauchen auch Arjen, die Saison ist noch lang», sagte der von den Mitspielern für seinen vehementen Defensiv-Einsatz gelobte Ribéry. «Mein Kopf ist frei, mein Körper ist gut.» Und der Gefühlsfußballer dreht wie in besten Zeiten auf. Ein «großes Kompliment» sprach Karl-Heinz Rummenigge Trainer und Mannschaft aus, vor allem für die «erstklassige» Ergebnis-Verwaltung nach der Pause. «Die Champions League geht richtig los mit dem K.o.-System», mahnte Vorstandschef Rummenigge. «Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, das Achtelfinale zu erreichen. Aber die Titel werden im Mai vergeben und nicht Ende September - also deshalb den Ball schön flach halten.» Trainer Heynckes sieht da bei seinem Team keine Probleme. Denn, das hatte der 66-Jährige wiederholt betont, die Mannschaft versteht es mit Lob umzugehen. «Im Moment haben wir nicht nur einen super Teamgeist, sondern agieren auch harmonisch, haben eine gute Raumaufteilung und überragende Einzelkönner», betonte der Coach.
 |