Auf den künstlerischen Wert seiner Treffer kommt es Gomez dabei nicht an. «Ich freue mich über jedes Tor», sagte er. Vielmehr war er nach seinem zweiten Champions-League-Doppelpack im Bayern-Trikot stolz und dankbar. «Ich habe mich Stück für Stück ins Spiel gekämpft, habe gebissen - und habe das Vertrauen vom Trainer bekommen.» Jupp Heynckes setzt auf Gomez auch dann, wenn er nicht topfit ist oder nicht gut spielt wie zunächst am Dienstagabend. «Ich weiß nicht, ob ich letzte Saison über die Halbzeit hinausgekommen wäre», sagte Gomez rückblickend auf seine schwierige Zeit unter Louis van Gaal. «Es ist schön, vom Trainer das Vertrauen zu bekommen, zweimal richtig zu stehen und sich ins Spiel zurückzufighten, obwohl die ersten 25 Minuten nicht gut liefen für mich.» Zwölf Tore in elf Pflichtspielen - seine Quote in der noch jungen Saison ist schon wieder herausragend. Aber Gomez will mehr. «Ich bin noch nicht bei hundert Prozent. Natürlich ist noch Potenzial nach oben, da geht noch einiges mehr», sagte der Matchwinner. Manchesters sündteure Angreifer stellte er in den Schatten. Der Ex-Wolfsburger Dzeko (35 Millionen Euro) und der Argentinier Agüero (44,0 Mio) waren keine Bedrohung für Bayern-Torwart Manuel Neuer. Dzeko sorgte stattdessen für Ärger, ebenso wie Bankdrücker Carlos Tevez (29,0 Mio). Dzeko quittierte seine Auswechslung in der 55. Minute mit einer abfälligen Geste. «Es ist das letzte Mal, dass ein Spieler dieses Clubs so etwas tut», grollte Trainer Roberto Mancini. Tevez mochte nach Angaben seines Coaches gar nicht erst eingewechselt werden. Mancini drohte dem Argentinier, der später von einem Missverständnis sprach und sich bei den City-Fans entschuldigte, mit Rauswurf. «Wenn wir uns als Team verbessern wollen, kann Carlos nicht mehr mit uns spielen. Unter mir hat er keine Zukunft», sagte Mancini, schränkte aber selbst ein. «Es gibt einen Vorsitzenden, der das entscheidet.»
 |