Porto 17 Jahre nach Sieg über Bayern im Finale
La Coruña/Madrid (dpa) - 05.05.2004, 14:13 Uhr
Deportivos Romero (r) und Portos Alberto (l) kämpfen um den Ball.
Eine Verletzung hatte ihn lange am Fußballspielen gehindert, aber im entscheidenden Moment war Derlei zur Stelle. Mit seinem Elfmetertor im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Deportivo La Coruña schoss der Brasilianer den FC Porto ins Finale. 17 Jahre nach ihrem denkwürdigen 2:1-Finalsieg über den FC Bayern München stehen die Portugiesen wieder im Endspiel des europäischen Meistercups. «Gelsenkirchen, hier kommen die Champions», jubelte die Zeitung «Jornal de Notícias». Derleis Treffer in der 59. Minute erwies sich für den FC Porto als Goldenes Tor. Nach dem 0:0 im Hinspiel reichte den Hafenstädtern der überraschende 1:0-Sieg bei den Spaniern zum Einzug ins Finale am 26. Mai in der «Arena AufSchalke». «Ich widme das Tor meinen Ärzten», freute sich der Schütze. Nach seinem Bänderriss im Dezember hatte «Ninja», wie seine Kameraden ihn nennen, die Saison schon abgeschrieben. Nach der langen Pause galt sein Einsatz als Risiko. Aber der Brasilianer, vor vier Jahren als unbekannter Spieler nach Portugal gekommen, bewies, dass auf ihn Verlass ist. Vor einem Jahr hatte er den FC Porto im UEFA-Pokal- Finale mit zwei Toren zum 3:2-Sieg über Celtic Glasgow geschossen.
Die nächtliche Heimfahrt mit dem Bus von La Coruña ins 200 Kilometer entfernte Porto geriet zu einem Triumphzug. Tausende von Fans jubelten dem Team zu und sorgten so schon knapp sechs Wochen vor der EM für Fußball-Euphorie in Portugal. «Egal was in Gelsenkirchen geschieht, diese Elf ist schon jetzt in die Fußballgeschichte eingegangen», meinte Erfolgstrainer José Mourinho. Er hatte eine Mannschaft ohne Stars zu einer kompakten Einheit geformt, die mit der Zuverlässigkeit einer Maschine von einem Erfolg zum andern eilt. Portos Abwehrblock kassierte gegen «Depor» in 180 Minuten keinen Gegentreffer und ließ auch kaum Torchancen zu. Dabei hatte La Coruña in Juventus Turin und dem AC Mailand immerhin beide Finalisten des Vorjahres ausgeschaltet. Der FC Porto erwies sich im Riazor-Stadion jedoch als ein unangenehmer Gegner. Das «Team der Namenlosen» spielte nicht glanz-, aber äußerst wirkungsvoll. «Porto gewann verdient», räumte das spanische Sportblatt «As» ein. «Den Zuschauern bereitet ein Spiel dieser Mannschaft allerdings so viel Vergnügen wie ein Zahnarztbesuch.» |