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Bayern: Arroganz als Gefahr - Olic «deprimiert»

Zürich (dpa) - 22.08.2011, 16:14 Uhr

Jupp Heynckes wird mit dem FC Bayern in Zürich nichts riskieren.
Jupp Heynckes wird mit dem FC Bayern in Zürich nichts riskieren.

Alle warnen vor Leichtsinn, aber beim FC Bayern glauben auch alle fest an einen erfolgreichen Betriebsausflug in die Schweiz.

«Ein 0:3 wird nicht passieren. Wir sind felsenfest davon überzeugt, weiterzukommen», verkündete Bastian Schweinsteiger am Montag im Luxushotel «Dolder Grand» oberhalb des Zürich-Sees. Trainer Jupp Heynckes wird nach dem 2:0-Hinspielsieg nichts riskieren und erwartet sogar eine weitere Leistungssteigerung: «Wir spielen mit der bestmöglichen Mannschaft. Wir sind ein europäisches Topteam und müssen einen solchen Gegner normalerweise besiegen.»

Alle wissen, dass am Dienstag beim FC Zürich neben Image mindestens 20 Millionen Euro auf dem Spiel stehen. «Wir wollen schnell ein Tor machen - dann ist Ruhe», sagte Kapitän Philipp Lahm zur Marschroute. Es geht im mit 23 500 Zuschauern ausverkauften Letzigrund nicht um einen Schönheitspreis. «Wir müssen keine Gala hinlegen», sagte Mario Gomez: «Wir müssen zu Null spielen, in die Gruppenphase einziehen und nach Hause fahren. Das ist alles.»

Klingt einfach - und ist es im Grunde auch. Es sei denn, Arjen Robben & Co. treten überheblich auf. «Wenn wir den Fehler machen, dass wir arrogant spielen und glauben, dass wir weiter sind, kann es problematisch werden», warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Zürich wird sich nicht aufgeben. Wenn man das 1:0 bekommt, weckt man die auf. Wir müssen alles in die Waagschale werfen», erklärte auch Schweinsteiger.

Heynckes will die Gefahren schon im Vorfeld bekämpfen: «Meine Maxime ist: Immer so anfangen, als wenn es 0:0 stünde.» Der 66-Jährige hat spätestens nach der 5:0-Gala gegen den Hamburger SV absolutes Vertrauen in seine Spieler. «Die Mannschaft ist hungrig, sie will in die Gruppenphase.»


Königsklasse ist schon die Unterkunft, in der die Bayern-Stars in Zürich logieren dürfen. Das sündhaft teure «Dolder Grand» bot am Montag bei strahlendem Sonnenschein einen traumhaften Blick auf Stadt, Alpen und See. Die ganze Konzentration soll aber Spiel und Gegner gelten, damit Präsident Uli Hoeneß nicht wieder Tobsuchtsanfälle wie beim Hinspiel erleidet. Ein Erfolgsfaktor soll die neue Stabilität der Abwehr sein. Deswegen kehren auch die gegen den HSV geschonten Defensivkräfte Jérome Boateng und Luiz Gustavo wieder in die Startelf zurück. «Die Null muss stehen», betonte Thomas Müller. Das tat sie unter Heynckes in vier von bislang fünf Pflichtspielen.

Der Verlauf der Zürich-Reise könnte beeinflussen, wie die Bayern-Führung auf das erneute Verletzungspech von Ivica Olic reagiert. Der Stürmer hatte sich bei seinem Tor-Comeback gegen den HSV einen Hüftsehnenriss zugezogen und fällt - nach seiner schweren Knieverletzung in der Vorsaison - erneut wochenlang aus. «Er war sehr niedergeschlagen, sehr enttäuscht, sehr deprimiert», berichtete Heynckes nach einem Telefonat mit dem Kroaten.

«Das ist tragisch und trifft uns auch», sagte Rummenigge. «Wir haben nur drei Stürmer. Das ist etwas, was uns eine gewisse Sorge bereitet.» In Gomez und Nils Petersen stehen nur noch zwei gesunde Mittelstürmer zur Verfügung. «Wir haben Olic zwei Monate nicht zur Verfügung. Wir werden nachdenken müssen, ob wir etwas tun», kündigte Rummenigge an. Doch Heynckes bremst: «Von Schnellschüssen halte ich nichts. Ich bin der Meinung, wir sollten es so belassen.» Der Trainer bezweifelt, dass man bis zum Transferschluss am 31. August einen Top-Stürmer auf dem Markt findet, der sofort weiterhelfen würde.

Die Hoffnungen des FC Zürich auf ein sportliches Wunder tendieren spätestens nach der 0:2-Ligapleite gegen den Tabellenletzten Xamax Neuchatel fast gegen null. «Es besteht noch eine Chance - und an die werden wir glauben», versicherte Trainer Urs Fischer trotzig. Ihn plagen Verletzungssorgen, zudem ist der frühere Bundesligaspieler Mathieu Beda nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel gesperrt.

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Zürich: Leoni - Philipp Koch, Raphael Koch, Teixera, Rodriguez - Nikci, Aegerter, Buff, Djuric - Mehmedi, Chermiti

FC Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Gustavo, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry - Gomez

Schiedsrichter: Duhamel (Frankreich)

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