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Gefühlte Revanche bei Inter - Bayern heiß auf BVB

Mailand (dpa) - 24.02.2011, 14:56 Uhr

Die Bayern-Spieler jubeln nach dem Treffer zum 1:0 durch Mario Gomez (l).
Die Bayern-Spieler jubeln nach dem Treffer zum 1:0 durch Mario Gomez (l).

Ehrenpräsident Beckenbauer schwärmte an der Vorstandstafel von einem mitreißenden Spiel, Vorstandschef Rummenigge von einem «besseren Ausgang» als im Finale. Jetzt soll das Team um Tor-Garant Mario Gomez den Schwung vom Inter-Sieg gegen Dortmund mitnehmen.

Auf der Rückreise vom mitreißenden Champions-League-Abend in Mailand durfte der FC Bayern München schon einmal eine ganz besondere Ehrenrunde genießen. In rund 5000 Metern Höhe umrundete der Sonderflug LH 2571 die Zugspitze - einer möglichen Warteschleife am Münchner Flughafen wollte der Pilot damit aus dem Wege gehen. Die Rekordmeister-Reisegruppe um den Siegtorschützen Mario Gomez und den herausragenden Torwart Thomas Kraft bekam dadurch einen seltenen Blick auf Deutschlands höchsten Berg. Spätestens nach der Landung aber hatte das Team von Trainer Louis van Gaal einen ganz anderen «Gipfel» im Sinn: Den am 26. Februar in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund.

Schon beim nächtlichen Dinner, von dem sich die Profis nach dem 1:0 (0:0) im Achtelfinal-Hinspiel bei Inter Mailand wegen der anstehenden Großaufgaben schnell verabschiedeten, hatte Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Bankett-Ansprache nach der «Wiederauflage des Finalspiels mit einem diesmal besseren Ausgang» auf das Duell gegen den designierten Meister hingewiesen.

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«Eigentlich müsste man nach solchen Spielen wie heute Abend sagen, macht einen drauf, genießt den Augenblick und dann geht es weiter. Nur leider haben wir Samstag schon wieder ein sehr wichtiges Spiel», betonte der Vorstandschef, «ich bin überzeugt, das Spiel heute wird uns Selbstvertrauen geben und wir haben beste Voraussetzungen geschaffen, die Saison dahin zu bringen, wo wir sie hinbringen wollen.»

Nach dem Sieg durften alle Pizzateilchen und Pasta, Lachs und andere Leckereien genießen, noch viel besser hatte den Bayern-Verantwortlichen aber der Sieg gegen Inter geschmeckt. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer schwärmte an der großen Vorstandstafel gestenreich von einem spannenden Spiel, in dem es «rauf und runter» gegangen war - und in dem Gomez in der 90. Minute glücklich, aber verdient eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am 15. März geschaffen hatte. Zumal die Münchner noch nie im Meister-Pokal ausschieden, wenn sie das Hinspiel auswärts gewannen.


«Wir sind jetzt im Vorteil, aber das heißt noch lange nichts», warnte Bundesliga-Toptorjäger Gomez, der sich mit seinem siebten Treffer im laufenden Wettbewerb auch an die Spitze der Königsklassen-Torschützenliste setzte. Nach einem Schuss von Arjen Robben hatte er einen Patzer von Mailands Schlussmann Julio Cesar eiskalt genutzt. Ein anderer Torwart war im stimmungsvollen San-Siro-Stadion vor 75 925 Zuschauern bei seinem ersten K.o.-Spiel in der Champions League fehlerfrei geblieben und hatte die Bayern mehrfach vor einem Rückstand bewahrt: Thomas Kraft.

«Ich freue mich unheimlich für ihn. Es ist nicht einfach, bei Bayern München Torwart Nummer eins zu sein nach der Ära Oliver Kahn», sagte Gomez über den 22-Jährigen. «Er ist sehr klar in der Birne, hat alle Fähigkeiten, die man braucht für unser Spiel.» Auch van Gaal lobte den von ihm beförderten Kraft. «Er hat seine Qualitäten gezeigt. Er ist ein sehr guter Reflextorwart, aber nicht nur das.»

Kraft war stets auf dem Posten, ganz stark seine Rettungstat nach 32 Minuten gegen Samuel Eto'o. Ähnlich unaufgeregt wie während der Partie war das Torwarttalent («Nervosität kenn' ich nicht wirklich») auch nach dem Schlusspfiff. «Von der Atmosphäre und vom Stadion her war es das schönste und größte Spiel - bis jetzt. Aber es gab auch andere schöne Spiele», sagte Kraft, dessen Vertrag bis zum Saisonende läuft. Sollte sich das anhaltende Gerücht eines Wechsels von Manuel Neuer von Schalke nach München bewahrheiten, dürfte Kraft für die neue Saison wohl nicht verlängern.

So weit in die Zukunft mochte der Bayern-Torhüter nicht schauen, aber zumindest sprach er schon einmal über das Saisonende, wenn am 28. Mai das Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion ansteht. «Da wollen wir unbedingt hin. Es ist ein weiter Weg, aber wir sind auf einem guten Weg», sagte Kraft. Und dabei «einen Tick reifer als letzte Saison», ergänzte Kapitän Philipp Lahm mit Blick auf die vergangene Spielzeit, die mit einem 0:2 im Endspiel gegen Inter geendet hatte. Damals gab es in Achtel- und Viertelfinale acht Gegentore, zum Auftakt hielt diesmal die «Null».

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