In den zurückliegenden Jahren hatten die Bremer häufig ähnliche Defensivprobleme, konnten sie aber meist mit ihrer überragenden Offensive ausgleichen. Doch davon sind sie weit entfernt. Seit vier Spielen hat Werder kein Tor mehr geschossen. «Ich habe das Wort Abstiegsgefahr nicht groß auf die Tafel geschrieben», sagte Allofs zur Krisensitzung mit den Profis. Aber der Clubchef weiß auch: «Wir sind ziemlich dicht dran, da unten wird es eng.» Gerade einmal vier Punkte trennen Werder in der Tabelle vom Relegationsplatz. Der branchenübliche Mechanismus, den Trainer auszuwechseln, greift in Bremen nicht. Das hatte Allofs am Tag nach der 0:4-Klatsche bei Schalke 04 deutlich gemacht. Die Bremer wollen bei ihrem bisher bewährten Rezept bleiben und Ruhe bewahren. Auch durch Gerüchte über ein angebliches Rücktritts-Angebot von Schaaf wollen sie nicht nervös werden. Allofs wies einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung (Montag) entschieden zurück. «Es hat keine Rücktrittsandrohung oder die Frage nach einem möglichen Rücktritt in irgendeiner Mannschaftsbesprechung gegeben», sagte Allofs am Montag. Nach Angaben von Allofs hat Schaaf dem Team in einer früheren Ansprache vorgehalten: «Egal, wer hier vor Euch steht, ob ich das bin oder ein anderer: Es sind immer die gleichen Anforderungen, die an Euch gestellt werden.» Auch Kapitän Frings dementierte: «Das ist Quatsch. Das stimmt alles gar nicht.» Schaaf sagte, dass er sich dazu nicht äußern wolle. Öffentlich erhält Schaaf nicht nur von Allofs, sondern zumindest von Mittelfeldspieler Hunt Rückendeckung. Weder am Trainer noch am Sportchef liege es, meinte Hunt: «Sie sind nicht das Problem. Wir als Mannschaft sind es.» Eine Forderung des Profis lässt tief blicken auf die Verhältnisse im Kader. «Wir müssen uns endlich als Mannschaft zusammenraufen», sagte Hunt: «Jeder muss für jeden da sein. Dann finden wir auch wieder in die Spur.» In London dürfte das schwierig sein, denn Werder Bremen muss aufgrund zahlreicher Ausfälle am Mittwoch zwei Spieler aus der Reserve-Mannschaft einsetzen. Linksverteidiger Dominik Schmidt und Mittelfeldspieler Felix Kroos spielten bereits beim Abschlusstraining in Bremen in der A-Mannschaft. Drei weitere Amateure sollen am Dienstag mit dem Fußball-Bundesligisten nach London fliegen, sagte Co-Trainer Wolfgang Rolff. Zu den Ausfällen gehören Naldo, Claudio Pizarro, Mikael Silvestre, Tim Borowski, Sebastian Boenisch, Wesley, Marko Arnautovic und Petri Pasanen. Gesperrt ist Kapitän Torsten Frings.
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