«Ich glaube, es ist jetzt ein guter Moment, um auch dort der Konkurrenz oben zu zeigen: Der FC Bayern ist nicht nur in der Champions League und im Pokal stark. Ab sofort beginnt die Klettertour auch in der Bundesliga», sagte der Vorstandschef und bestätigte nur Stunden später die Personalie Lahm. Nach Franck Ribéry und Thomas Müller bleibt auch der Defensiv-Allrounder langfristig beim deutschen Rekordmeister, «weil ich sehe, dass hier etwas ganz Großes entsteht», so Lahm. In drei Wochen in Rom soll der Gruppensieg in der Königsklasse perfekt gemacht werden, aber das Hauptaugenmerk liegt erst einmal auf der Liga-Aufgabe. Anders als in Europa, wo die Bayern ihre Einnahmen durch das Erreichen der K.o.-Runde schon jetzt auf 13,4 Millionen Euro hochschraubten, fehlen zu Hause zehn Punkte zur Spitze. «Aber ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg und wir können es uns nicht leisten im Verein Nebenkriegsschauplätze zu haben», betonte Sportdirektor Christian Nerlinger. Wer van Gaal, eingereiht vom Präsidenten zu seiner Linken und dem Vorstandschef zu seiner Rechten, so an der Banketttafel sah, konnte zumindest aus der Ferne ein nettes Miteinander zwischen Trainer und Präsident vernehmen. Rummenigge wollte beim Schlichtungsgespräch unter seiner Führung zudem einen «ehrlichen» Handschlag der beiden meinungsstarken Kontrahenten ausgemacht haben. «Es liegt nicht am Schlichter, sondern an den Personen gemeinsam eine vernünftige Basis des Miteinanders zu finden. Ich denke, das ist den beiden gut gelungen», sagte er. Zumindest eine praktikable Lösung gibt es. «Was er gesagt hat, ist für mich nicht so schön gewesen. Aber okay, wir haben uns ausgesprochen und wir gehen wieder weiter», sagte van Gaal und befürchtet keinen Autoriätsverlust. Auf die Leistung des Teams hatte die Auseinandersetzung der Alphatiere jedenfalls keinen negativen Einfluss. «Unsere Aufgabe ist es, sportlich Ergebnisse einzufahren, das hat die Mannschaft gemacht. Wenn das so weiter geht, wird insgesamt auch wieder Ruhe einkehren», sagte Keeper Jörg Butt. Vielleicht brachte ja auch der zu späterer Stunde aufgekreuzte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer noch eine heitere Note in die Tisch- Atmosphäre, denn über die Debatte musste der «Kaiser» zuvor schon herzhaft lachen. Beckenbauer hatte in seiner Vergangenheit als Präsident selbst so manches vereinsinterne Feuer entzündet und empfahl jetzt, etwas mehr Gelassenheit an den Tag zu legen: van Gaal habe «vielleicht zu empfindlich und zu mimosenhaft» reagiert. Ein Diskussionspunkt im Zwist war auch der Umgang mit Spielern wie Gomez, der mit den Treffern sechs bis acht in den letzten sechs Bayern-Spielen seine Klasse unterstrich. «Das gibt natürlich Selbstvertrauen, aber wir haben noch nichts erreicht», sagte der 25- Jährige nach seinem Schützenfest an Gerd Müllers 65. Geburtstag.
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