Dortmund feiert da Silva nach glücklichem 1:1
Dortmund (dpa) - 24.10.2010, 20:13 Uhr
Leverkusens Arturo Vidal (l) greift den Mainzer Lewis Holtby an.
In Karlsruhe ausgemustert, in Dortmund gefeiert - vor der bebenden Südtribüne genoss Antonio da Silva beim 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim die Ovationen der Fans. Ausgerechnet der erst kurz vor dem Ende der Transferfrist lediglich als Ergänzungsspieler verpflichtete Brasilianer erwies sich für die Borussia in der Stunde der Not als Glücksgriff. Mit einem Kunstschuss in der Nachspielzeit bewahrte er seine müden Mitstreiter vor einem empfindlichen Rückschlag. «Ich habe den Ball vorher geküsst. Es war unsere allerletzte Chance. Gott sei Dank habe ich sie genutzt», sagte der Freistoßschütze. Noch während sich die BVB-Profis von ihren Fans feiern ließen, bestürmten die wütenden Hoffenheimer Schiedsrichter Wolfgang Stark. Der entscheidende Freistoßpfiff des Unparteiischen aus Ergolding nach einer angeblichen Regelwidrigkeit von Chinedu Obasi an da Silva brachte sie auf die Palme. «Ich war beim Schiedsrichter und habe ihm gesagt, dass es ein Foul an Obasi und nicht von Obasi war», klagte Ralf Rangnick. Stark gab seinen Fehler nach dem Studium der Fernsehbilder zu. «Wenn man das hier so sieht, dann hat er den Ball gespielt. Der Schiedsrichter hat eine gewisse Wahrnehmung und deswegen habe ich so entschieden», sagte er dem Pay-TV-Sender Sky.
Sichtlich verärgert trauerte Gäste-Trainer Rangnick der vergebenen Chance auf einen Sieg nach: «Das fühlt sich an wie eine Niederlage, nicht wie ein Punktgewinn.» Zu allem Überfluss verlor Hoffenheim nicht nur zwei Punkte, sondern auch noch Sejad Salihovic. Der Mittelfeldspieler sah im hektischen Getümmel um den Schiedsrichter nach dem Schlusspfiff die Gelb-Rote Karte. Dagegen traten die Dortmunder nach dem Schlusspfiff wie Sieger auf. Zwar verpassten sie den avisierten Vereinsrekord mit acht Siegen in Serie, werteten den späten Ausgleichstreffer aber als verdienten Lohn für harte Arbeit. «Ich würde sagen, es war ein glücklicher Punktgewinn von Hoffenheim», kommentierte Manndecker Mats Hummels. |