Dortmund nach 2:1 in Köln top - Sahin trifft
Köln (dpa) - 15.10.2010, 22:52 Uhr
Nuri Sahin (M.) kann nach seinem Tor zum 2:1 vor Jubel nicht mehr gehalten werden.
Borussia Dortmund ist nach 2624 Tagen wieder Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Die «Überflieger» von Trainer Jürgen Klopp verlängerten mit dem 2:1 (1:0) beim 1. FC Köln ihre Siegesserie auf sieben gewonnene Spiele Der BVB übernahm dank des ersten Saisontores von Jakub Blaszczykowski (20. Minute) und des Last-Minute-Treffers des türkischen Nationalspielers Nuri Sahin (90.+1) erstmals seit dem 9. August 2003 die Spitze. «Es ist bewundernswert, mit welcher Gier die Mannschaft weiterspielt», sagte Klopp. Nach dem 1:1 durch Lukas Podolski (82.) sah es bis zur Nachspielzeit nach einem Remis aus. «Am Ende ist es verdient. Der Plan war, dass wir bis zum Ende dran glauben», sagte Klopp. «Wenn du oben stehst, hast du eben auch manchmal ein bisschen Glück», meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Mainz 05 kann den Champions-League-Gewinner von 1997 aber schon am 16. Oktober wieder ablösen. Der FC hatte sich vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion von 2006 verbissen gewehrt und war durch Podolski zum verdienten Ausgleich (82.) gekommen. Nach dem fünften Spiel ohne Sieg gerät Köln aber immer mehr unter Druck.
«Es ist schwer, nach so einem Spiel etwas zu sagen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat bis zum Schluss mitgehalten und hätte einen Punkt verdient gehabt», sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo. Die Rollen vor dem 75. Erstliga-Westderby der alten Rivalen waren klar verteilt: Die BVB-Profis reisten nach sechs Siegen und den 3:1-Erfolgen in Stuttgart, Schalke und St. Pauli mit großem Selbstbewusstsein Richtung Köln, beim FC war nach der heftigen Kritik von Podolski an Vereinsführung und Kollegen sowie der umstrittenen Länderspielreise von Keeper Faryd Mondragon richtig Feuer unterm Dach. FC-Chefcoach Zvonimir Soldo, bei der Vorstellung von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht, reagierte, nahm den 39-jährigen Kolumbianer nicht einmal in den Kader und verhalf somit dem 18 Jahre jüngeren Kroaten Miro Varvodic zum Bundesligadebüt. |