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Ärger beim 1. FC Köln - BVB winkt Tabellenführung

Düsseldorf (dpa) - 14.10.2010, 15:19 Uhr

Lukas Podolski sorgt mit Abschiedsgedanken für Wirbel in Köln.
Lukas Podolski sorgt mit Abschiedsgedanken für Wirbel in Köln.

Beim 1. FC Köln hängt der Haussegen mächtig schief. Lukas Podolski muss wegen öffentlicher Kritik an seinem Arbeitgeber mit einer Geldstrafe rechnen und liebäugelt sogar mit einem vorzeitigen Vereinswechsel.

Der Ärger um den Fußball- Nationalstürmer spitzte sich vor dem Bundesliga-Freitagsspiel gegen Borussia Dortmund zu, in dem die BVB-Profis mit einem Sieg erstmals nach 2624 Tagen wieder die Tabellenführung übernehmen könnten. Podolskis Missbilligung am Status quo: «Wir treten auf der Stelle. Und wenn das auf Dauer so bleibt, muss ich mir schon Gedanken um meine Zukunft machen.»

Der schwache Ligastart hat den 2009 für zehn Millionen Euro von Bayern München zurückgeholten Torjäger verärgert. «Wir spielen wieder gegen den Abstieg», klagte er. Eine Entwicklung, die dem ersten Bundesliga-Meister (1964) mittelfristig eine Perspektive auf internationale Auftritte bietet, kann der 25-Jährige nicht erkennen: «Uns fehlt einfach die klare Strategie.»

«Die Kritik, die geäußert wurde, ist nachvollziehbar», sagte FC- Manager Michael Meier. Meier glaubt, dass die Äußerungen Podolskis in einem «Sport Bild»-Interview «aus einer Frustrations-Situation» resultieren. «Das teilen alle im Verein», räumte Meier ein. Mit Podolski hat er noch nicht gesprochen, das Team aber in die Pflicht genommen: «Wir haben der Mannschaft gesagt, vergesst die ersten Spiele, geht gedanklich durch eine Waschstraße, werft alles ab, drückt die Reset-Taste und beginnt neu.»

Ob Podolski mit internen Konsequenzen rechnen muss, blieb offen, sein Tadel besteht weiter: Nach sieben Spieltagen und bereits vier Saisonniederlagen machte er eine nicht ausreichende Qualität im Kader von Trainer Zvonimir Soldo aus, der trotz aller Bekenntnisse von Clubchef Wolfgang Overath und Meier um seinen Job bangen muss, wenn es erneut eine Niederlage gibt.


Meier ließ wenig zu den Inhalten der Vorwürfe seines Führungsspielers verlauten. Doch dem Manager dürften die Bekundungen heftiges Magengrimmen verursacht haben, weil fest vereinbart war, dass man miteinander und nicht übereinander spricht. Daran hat sich Podolski nicht gehalten. Ob es für ihn Nachwehen gibt, war unklar. «Vor dem Dortmund-Spiel werden wir uns dazu nicht äußern», sagte FC-Sprecher Christopher Lymberopoulos der Nachrichtenagentur dpa.

Völlig konträr und ohne echtes Problem präsentiert sich der BVB: Gelingt dem Team von Cheftrainer Jürgen Klopp der siebte Sieg nacheinander, übernimmt die Borussia zum 90. Mal die Bundesliga- Spitze - zumindest für einen Tag. Doch Klopp warnte seine Spieler: «Köln hat richtig Druck und in der Vergangenheit besser gespielt, als es die Ergebnisse vermuten lassen.»

Klopp muss in Köln auf Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela (Fußverletzung) verzichten. Dafür stehen Kevin Großkreutz nach überstandener Grippe und der lange verletzte Leonardo Dede wieder zur Verfügung. Bei Köln kann anstelle von Stammkeeper Faryd Mondragon, der wegen seiner Länderspielreise mit Kolumbien wohl nur auf der Bank sitzen wird, der 21-jährige Kroate Miro Varvodic auf sein Bundesligadebüt hoffen.

Statistisch spricht alles für einen BVB-Erfolg: Letztmals entschied Köln eine Erstligapartie gegen Dortmund am 23. August 2003 (1:0) für sich. Seitdem gab es sechs Niederlagen und ein Remis für die heimschwachen Kölner, die 2010/2011 nur beim 1:0 gegen Aufsteiger St. Pauli am dritten Spieltag drei Punkte holten. Dortmund verlor lediglich zum Auftakt gegen Leverkusen (0:2), gewann danach aber alle sechs Begegnungen inklusive der Auswärtsaufgaben in Stuttgart, Schalke und St. Pauli (jeweils 3:1).

Voraussichtliche Mannschaftsaufstellungen:

1. FC Köln: Varvodic (Mondragon) - Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret - Petit - Clemens, Lanig, Matuschyk (Pezzoni), Jajalo - Podolski

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin, Bender - Blaszczykowski, Kagawa, Großkreutz - Barrios Schiedsrichter: Perl (Pullach)

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