André Schürrle und Lewis Holtby, die bekanntesten «Mainzelmännchen», haben es schon bis ins Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw gebracht, Mario Götze von Borussia Dortmund ebenfalls. Die neuen Spaßfußballer. Doch der Futterneid wächst, obwohl sich die Mainzer so schön und ehrlich freuen können. Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger lästerte im «kicker»: «Ich habe Herrn Tuchel nach dem Sieg gegen Hoffenheim auf dem Fanzaun gesehen und mir gedacht, dass es um den auch noch ruhiger wird. So etwas macht man nicht: Als Trainer gehe ich nicht in die Kurve und singe.» Unterhaltung belebt das Geschäft: Die Liga boomt weiter, obwohl die DFL-Verantwortlichen schon froh sind, wenn sich die Rekordzahlen der vergangenen Jahre einpendeln. Die Eliteklasse stößt, auch wegen der starken Auftritten der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika, im Ausland auf immer größeres Interesse: Die DFL berichtet von einem verstärkten Medieninteresse aus England und Japan - vor allem wegen Wolfsburgs Coach Steve McClaren und des neuen Sterns aus dem Land der aufgehenden Sonne: Dortmunds Torjäger Shinji Kagawa. Die Liga hat noch mehr Neue(s) zu bieten: Internationale Stars wie Raúl, Mauro Camoranesi und Klaas-Jan Huntelaar; Rückkehrer wie Diego («Meine beste Zeit kommt noch«) und Nationalmannschafts-Capitano Michael Ballack, der bisher allerdings nur wegen seiner Verletzung und der Kapitäns-Diskussion um die DFB-Auswahl im Mittelpunkt stand. Nicht zu vergessen: Die Kultclubs 1. FC Kaiserslautern und FC St. Pauli mischen mit und mitunter die Liga auf. Selbst für detailversessene Fans bietet der deutsche Fußball einen Fundus: In der Bundesliga kann Ba (Vorname: Demba, Verein: Hoffenheim) gegen Bah (Vorname: Mamadou, Stuttgart) spielen - und Maik Franz (Frankfurt) gegen Mike Frantz (Nürnberg). Nach dem Motto Schadenfreude ist die schönste Freude: Die Krise des Rekordmeisters aus München und der Absturz des FC Schalke 04, der im Sommer mit Neuzugängen im Wert von fast 37 Millionen Euro geprotzt hatte, bereitet so manchem Anhänger anderer Clubs großes Vergnügen. Am 16. Oktober trifft die Mannschaft von Felix Magath im finstersten Tabellenkeller auf die Trainerentlassungs-Spezialisten aus Stuttgart.
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