Der Politiker warnte vor Aktionismus und Vorverurteilungen: «Wenn Panik ausbricht, kommen meist mehrere Ursachen zusammen. Diese gilt es jetzt herauszufinden und abzustellen.» Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry wies darauf hin, dass die neue Tribüne von allen relevanten Behördenvertretern am 10. August geprüft und abgenommen worden sei. Der Hamburger SV reagierte bestürzt auf die Ereignisse und sagte seine Mitarbeit zu. «Selbstverständlich werden wir diese Vorkommnisse mit den Verantwortlichen bei Werder und der Polizei aufarbeiten, auf dass sich ähnliche Szenen und Vorkommnisse nicht wiederholen und alle Beteiligten die richtigen Schlüsse daraus ziehen», teilte der Verein mit. Noch in der laufenden Woche soll der Unglücksfall Panikforscher Schreckenberger untersucht werden. Darauf haben sich Bremens Innen- und Sportsenator, die Geschäftsführung des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und die Polizeiführung verständigt. Der externe Gutachter soll - unabhängig von den laufenden Ermittlungen der Polizei - nach Angaben des Senats das Besucherverhalten sowie die Kommunikationsstrukturen und -abläufe im Stadion analysieren, die zu dem Unglück geführt haben. Rund 3700 HSV-Fans hatten nach Spielschluss zunächst friedlich in der Westkurve auf die Aufhebung der sogenannten Blocksperre gewartet. Als nach mehr als 20 Minuten die drei Treppenabgänge immer noch abgesperrt waren, entstand vor einer Treppe große Unruhe. Dort waren viele HSV-Anhänger aus Schleswig-Holstein unter Zeitdruck. Sie wollten ihren letzten Zug nach Hause erreichen. Um 20.46 Uhr durchbrachen dann 15 bis 20 Anhänger die Sperre und lösten die Stürze aus. Der Vorfall ließ auch Kritik am Spielplan der Deutschen Fußball Liga (DFL) aufkommen, brisante Spiele wie das Nordderby nicht als Abendspiel anzusetzen. Der Regel-Spielplan sieht ein Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr) und am Samstagabend (18.30 Uhr) vor. Danach ist es für die meisten Gäste-Fans nicht mehr möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Heimfahrt anzutreten.
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