Peter Skov-Jensen schaut 2004 in Kopenhagen in die Kamera.
Mit zwei viel versprechenden Neuzugängen, gewachsenem Selbstvertrauen und neuem Elan nimmt der VfL Bochum den Kampf gegen den drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga auf.
Elf Tage vor dem Wiederbeginn am 23. Januar mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin signalisierte der Tabellen-16. aus dem Revier mit der Verpflichtung des dänischen Nationaltorhüters Peter Skov-Jensen Aufbruchstimmung. «Es war nicht möglich, nur mit Christian Vander und mit Nachwuchstorhütern in die Rückrunde zu gehen. Skov-Jensen ist ein Torwart, der ad hoc in der Bundesliga spielen kann», kommentierte VfL-Coach Peter Neururer den notwendig gewordenen Transfer-Coup.
Mit der Verpflichtung des 33 Jahre alten Keepers vom FC Midtjylland, der eine festgeschriebene Ablösesumme von 235 000 Euro gekostet haben soll und einen Vertrag bis 2007 erhielt, reagierte der Club auf die anhaltenden Achillessehnenprobleme von Rein van Duijnhoven. Zu unsicher war den Verantwortlichen nach Rücksprache mit den Ärzten die Zukunft des 37-jährigen Niederländers, der in Bochum durch seine Leistungen und seine Persönlichkeit Kultstatus erreichte, dessen Sehne möglicherweise aber nicht mehr den Bundesliga- Belastungen standhält. Gleichwohl wünschen sich alle, dass van Duijnhoven wieder ganz gesund wird. Neururer: «Dann hätten wir drei Super-Torhüter.»
Doch zunächst werden Vander und Skov-Jensen sich einen Zweikampf um die Nummer eins im VfL-Tor liefern. Zudem sieht der 1,90 m große Däne in der Bundesliga bessere Chancen, sich für den Stammplatz in der Nationalelf zu empfehlen: «Ich freue mich über den Wechsel wie ein kleines Kind zu Weihnachten.» Dänemarks Nationalcoach Morten Olsen stellt Bochums zweiten echten Neuzugang in der Winterpause gar auf eine Stufe mit Oliver Kahn und Jens Lehmann.
Die in der Hinrunde so löchrige Abwehr stabilisieren helfen soll auch der bereits Ende November vorgestellte türkische Nationalspieler Fatih Akyel. Erstmals in der Vorbereitung am Ball ist auch der Iraner Moharram Navidkia. Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler braucht nach seinem Kreuzbandriss aber sicher noch Zeit, um Anschluss zu finden. Immerhin verfügt Neururer wieder über mehr Alternativen. Zudem dürfte die Integration der im vorigen Sommer gekommenen Profis wie Vratislav Lokvenc, Filip Trojan, Tommy Bechmann oder Alexander Knavs weiter fortgeschritten sein.
Ungeachtet der schwachen Hinserie, in der die in der Vorsaison wegen ihres tollen Offensivfußballs gefeierten Bochumer nur 14 Punkte sammelten und vor allem nach dem Ausscheiden im UEFA-Cup gegen Lüttich ins Taumeln gerieten, versprüht Neururer Optimismus. «Ich konnte im Urlaub nicht abschalten. Auf einem Abstiegsplatz zu überwintern, war zu frustrierend. Aber nun bin ich überzeugt, dass wir schon bald die Abstiegsränge verlassen», sagte er. Ein solches «Seuchen-Vierteljahr» werde sich nicht wiederholen, ist Neururer überzeugt. «Weil wir qualitativ zu gut besetzt sind.»
Mut machen zusätzlich die bislang reibungslose Vorbereitung und die guten Testspiel-Ergebnisse mit drei Siegen gegen RSC Anderlecht (5:1), die SpVgg Unterhaching (3:0) und gegen den VfB Stuttgart (2:0). «Die Bedingungen hier in Marbella waren nahezu perfekt. Die Testspiele bewerten wir nicht über. Aber in unserer Situation ist jeder Erfolg wichtig, weil er uns Selbstvertrauen gibt», betonte Neururer. «Im Augenblick bin ich rundherum zufrieden. Ich denke, dass wir eine gute Basis für die Rückrunde gelegt haben.»