Der Trend zur professionellen Stadionberichterstattung für Blinde geht weiter. So sollen in der neuen Münchner AllianzArena 15 Plätze für Sehbehinderte entstehen. Seit einem guten Jahr sind die «Sehhunde» in die Planung der Behindertenplätze eingebunden. Und auch in anderen Stadien kämpfen Behindertenvertreter für eigene Plätze und Kommentatoren für blinde Besucher. Denn mit einer Fernseh- oder Radioübertragung lässt sich diese Kommentierung laut Schweppe nicht vergleichen. Sie ist viel detaillierter, und zugleich erleben die blinden Anhänger die Atmosphäre im Stadion. «Jetzt kommen immer mehr vom Sessel hoch», sagt Nina Schweppe. Trotzdem seien die Karten für Blinde bei kaum einem Spiel ausverkauft: «Es ist einfach noch zu unbekannt, dass immer mehr Stadien diesen Service anbieten.» Nur die BayArena verkaufe in der Regel das gesamte Kontingent. Dies liege aber auch daran, dass die Leverkusener Vorreiter und daher am bekanntesten sind. Der bundesweite Fanclub kämpft daher nicht nur für mehr Plätze, sondern auch um mehr Öffentlichkeit. Denn nur so erführen blinde Fußballfreunde überhaupt von dem Angebot. Und auch die Vereine selbst bräuchten einen Anstoß, um diesen Service zu bieten. «Viele kommen alleine gar nicht auf die Idee, das hier etwas fehlt», meint Schweppe. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland haben die «Sehhunde» eine Vision: «Wir würden das gerne in jedem WM- Stadion anbieten. Und wir haben die Hoffnung, dass das klappt.»
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