Die «fitteste Mannschaft der Bundesliga» wollte Rangnick aus seinem Team machen, und zufrieden stellte er nach dem jüngsten 2:0- Sieg gegen Schalke 04 fest: «Offensichtlich haben wir in der Vorbereitung gut gearbeitet.» So hat Innenverteidiger Joe Simunic nach eigenen Angaben gegenüber der vergangenen Saison gleich fünfeinhalb Kilo abgenommen: «Ich fühle mich wesentlich wohler und besser.» Jedenfalls laufen die Hoffenheimer wie die Hasen und spielen ein Forechecking par excellence. Zudem wirkt die Mannschaft - im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenten - bereits voll eingespielt und taktisch gereift. Profis wie Luiz Gustavo und Andreas Beck haben weitere Fortschritte gemacht. Überraschenderweise vermisst dabei niemand den brasilianischen Spielmacher Carlos Eduardo (für 20 Millionen Euro zu Rubin Kasan/Russland). Rangnick setzt mittlerweile ohnehin mehr auf deutschsprachige Spieler oder Neuzugänge wie den Isländer Gylfi Sigurdsson, die leichter zu integrieren sind. «Es war notwendig, sich nach dieser Saison Gedanken zu machen und wieder zu sich selbst zu finden», erklärte der Trainer. Im Sommer war Rangnick fast schon auf dem Absprung und musste ernsthaft darüber nachdenken, «ob es Sinn macht, dass ich weitermache». Umgekrempelt hat er nicht die Mannschaft, sondern vor allem das Umfeld. Manager Jan Schindelmeiser wurde durch Ernst Tanner ersetzt, das Betreuerteam reduziert. «Es ist die gleiche Mannschaft, aber eine andere Atmosphäre», sagte Innenverteidiger Simunic und bremste die Erwartungen: «Wir haben erst neun Punkte und noch keine 70.»
 |