Zerreißprobe: Bundesliga lehnt Amateur-Reform ab
Frankfurt/Main (dpa) - 03.09.2010, 15:56 Uhr
Liga-Vorstandsmitglied Heribert Bruchhagen begründet die Ablehnung einer Regionalliga-Reform durch die Profi-Vereine.
Dem deutschen Fußball droht eine Zerreißprobe. Die 36 Profivereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga haben die von den Amateuren beantragte Regionalliga-Reform auf einer außerordentlichen Managertagung einstimmig abgelehnt. Die Profivereine haben ihr Veto auf dem DFB-Bundestag am 21/22. Oktober in Essen angekündigt. «Wir haben uns über die Anträge unterhalten und sind zu dem Ergebnis gekommen, den Status quo beibehalten zu wollen», sagte Heribert Bruchhagen, Mitglied des Ligavorstandes der Deutschen Fußball Liga (DFL), nach dem Treffen in Frankfurt am Main. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband fordert, in der Regionalliga künftig zwei Staffeln nur aus ersten Mannschaften der Amateurvereine zusammenzusetzen und eine Extrastaffel mit den zweiten Teams der Lizenzclubs zu bilden. Ein vom Bayerischen Fußball-Verband vorgeschlagenes Modell sieht vor, die dreigeteilte Regionalliga in einer Oberliga mit acht Staffeln aufgehen zu lassen und eine gemeinsame neue vierte Spielklasse unter der Führung der Regional-und Landesverbände zu bilden. Über die Anträge soll in Essen abgestimmt werden.
Die Profivereine sehen durch den Vorstoß der Amateurvertreter jedoch ihre Nachwuchsarbeit bedroht. «Die jungen Spieler müssen gefordert sein, also um Auf- und Abstieg spielen. Es ist zwingend notwendig, dass sie im sportlichen Wettbewerb sind. Wir brauchen das zur sportlichen Weiterentwicklung unserer Talente», begründete Bruchhagen die Ablehnung. Er verhehlte nicht, dass es auch um finanzielle Interessen gehe. «Wir geben doch nicht Millionen für die Leistungszentren aus, um hinterher in irgendeiner witzlosen Reserverunde herumzuturnen», sagte Bruchhagen der Nachrichtenagentur dpa. Die Bundesligisten beharren daher auf der Beibehaltung des 2006 geschlossenen Kompromisses. |