Bundesliga beweist im Endspurt Attraktivität
Leipzig (dpa) - 01.09.2010, 16:40 Uhr
Mauro Camoranesi präsentiert sein Stuttgart-Trikot mit der Nimmer 16.
Nichts geht mehr: Das Transferroulette ist zum Stillstand gekommen und hat dabei die Attraktivität der Fußball-Bundesliga unter Beweis gestellt. Klangvolle Namen etwa aus der Serie A wurden verpflichtet und auf den letzten Drücker auch die Kader in der Eliteklasse entschlackt. 171 Spieler im Wert von 126,49 Millionen Euro gaben die Clubs ab; im Sommer 2009 hatte der Wert für 140 Akteure noch bei 111,96 Millionen Euro gelegen. Auffällig vor Ende der Frist am 31. August um 24.00 Uhr war der Zustrom von Profis aus der Serie A. Ließen sich vor allem in den 1990-ern deutsche Stars nach Italien locken, konnten die Bundesligisten nun ihrerseits punkten. Der FC Schalke 04 angelte sich den niederländischen Nationalstürmer Klaas-Jan Huntelaar vom AC Mailand, der VfB Stuttgart verpflichtete in Mauro Camoranesi von Juventus Turin einen Weltmeister von 2006. Zuvor hatte sich der VfL Wolfsburg im Piemont bedient und Diego unter Vertrag genommen. Trotz der ausländischen Stars hat sich der Anteil deutscher Profis bei den Erst- und Zweitligisten insgesamt leicht auf 64 Prozent erhöht. Das ist der höchste Wert seit der Saison 1999/2000. Bei den Erstligateams besitzen 58 Prozent der Spieler einen deutschen Pass.
Als Investitionsmeister erwiesen sich die Grün-Weißen aus Wolfsburg. Der Champion von 2009 gab 37,6 Millionen Euro für seine Kadererneuerung aus, Schalke mit 36,0 Millionen Euro nur unwesentlich weniger. Um die Transferbilanz etwas auszugleichen, ließen die Wolfsburger Spielmacher Zvjezdan Misimovic (Galatasaray Istanbul/8,0 Millionen Euro) an den Bosporus ziehen - nicht zuletzt, da in Diego der Nachfolger schon gefunden war. Der Hamburger SV spart sich in dieser Saison zumindest einen Teil des Gehalts für Verteidiger David Rozehnal: Der Tscheche wurde an den OSC Lille verliehen. Im vergangenen Sommer war der Nationalspieler für rund fünf Millionen Euro von Lazio Rom verpflichtet worden, erwies sich aber nie als die erhoffte Verstärkung. |