Bundesligisten schlagen auf Transfer-Markt zu
Leipzig (dpa) - 31.08.2010, 20:34 Uhr
Mauro Camoranesi präsentiert sein Stuttgart-Trikot mit der Nimmer 16.
Schalke ging noch schnell auf Großeinkauf, Stuttgart wünscht sich italienischen Fußball-Zauber, und Wolfsburg setzt auf brasilianische Finesse. Kurz bevor sich das Sommer-Transferfenster am 31. August um Mitternacht schloss, rüstete die Bundesliga weiter kräftig auf. 155,59 Millionen Euro gaben die 18 Vereine vor dem Wechselabpfiff für 175 Profis aus; 2009 hatte man mit 221,75 Millionen Euro (für 172 Neue) sogar noch weit darüber gelegen. Auf Schalke hat Manager und Trainer Felix Magath in den letzten Tagen vor Transferschluss gleich fünf neue Spieler unter Vertrag genommen. Nach dem Fehlstart in die Saison mit zwei Niederlagen musste er reagieren. Für die Mittelfeldspieler Ciprian Deac (CFR Cluj/3,0 Millionen Euro) und José Manuel Jurado (Atletico Madrid/13,0) sowie Defensivallrounder Hans Sarpei (Bayer Leverkusen/400 000), Verteidiger Nicolas Plestan (OSC Lille) und Starstürmer Klaas-Jan Huntelaar (AC Mailand/14,0) öffnete Magath seinen prallen Geldbeutel. In Jurado schnappte er sich sogar einen frischgebackenen europäischen Supercupsieger (2:0 gegen Inter Mailand). «Das Angebot von Schalke konnte man einfach nicht ablehnen. Der Wechsel ist ein positiver Schritt in meiner Karriere», meinte der 24-Jährige, der bei Real Madrid groß wurde. Dort hatte auch der Niederländer Huntelaar kurz gekickt, bevor er zu Milan gewechselt war.
Anlass zum Handeln sah auch Christian Gross. Der Coach des Tabellenletzten VfB Stuttgart will sein Team durch den 33-jährigen Italiener Mauro Camoranesi (Juventus Turin/2,0) verstärken. Allerdings muss sich der Neue dann steigern: Der Weltmeister von 2006 agierte in der vergangenen Saison im offensiven Mittelfeld meist genauso launisch wie die «Alte Dame» aus Turin. Von Racing Straßburg kam der defensive Mittelfeldspieler Mamadou Bah (500 000). Insgesamt 169 Spieler im Wert von 135 Millionen Euro gaben die Erstligisten ab; im Sommer 2009 hatte die Summe für 140 Akteure bei 111,96 Millionen Euro gelegen. Meister FC Bayern München investierte keinen Cent in Neue, trennte sich aber zuletzt vom «Missverständnis» José Ernesto Sosa (SSC Neapel/3,0). |