VfB rüstet nach: Camoranesi da - Bah soll folgen
Stuttgart (dpa) - 31.08.2010, 15:17 Uhr
VfB-Sportdirektor Fredi Bobic präsentiert Neuzugang Mauro Camoranesi (l).
Ein ehemaliger Weltmeister und ein Talent aus Guinea sollen dem VfB Stuttgart aus der Krise helfen: Mauro Camoranesi von Juventus Turin unterschrieb einen Einjahresvertrag plus Option beim VfB, der defensive Mittelfeldspieler Mamadou Bah (Racing Straßburg) wird ihm noch folgen. «Es gab auch andere Angebote, aber Stuttgart hatte absolute Priorität. Das ist der richtige Moment für einen Wechsel, ich bin dem VfB dankbar», sagte Camoranesi bei seiner Vorstellung. Zuletzt hatte der bevorzugt im rechten Mittelfeld wirbelnde Italiener acht Jahre bei Juve gespielt, Italiens Rekordmeister erhält nach Medienberichten eine Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro für den 33-Jährigen. Camoranesi soll beim VfB all das einbringen, was dem Team bei seinen beiden Auftaktniederlagen in der Bundesliga fehlte: Routine, Spielkultur und Selbstvertrauen. «Seine Erfahrung tut uns gut», sagte Sportdirektor Fredi Bobic. «Wir sind glücklich, dass wir so einen Spieler verpflichten konnten. Er hat einen großen Namen und ein Potenzial, das er immer noch abrufen kann.»
Der Kauf eines gestandenen Profis zeigt, dass der schwache Saisonstart die Verantwortlichen unruhig gemacht hat. Denn zuvor hatte der Verein für die vakante Position im rechten offensiven Mittelfeld vor allem junge Spieler wie Stefan Aigner (1860 München) im Blick. Dafür spricht auch, dass sich die Stuttgarter am letzten Tag der Wechselfrist massiv um Stürmer Mladen Petric vom Hamburger SV bemühten. «Wir haben bis zur letzten Minute um ihn gekämpft. Mit dem Spieler waren wir klar, mit dem Verein nicht», sagte Bobic. Die angestrebte Verpflichtung von Bah ist auch als Antwort auf die Ausfälle von Philipp Degen und Johan Audel zu verstehen. «Wir erhoffen uns von ihm, mehr Alternativen zu haben», erklärte Bobic. Er bezeichnete den 22 Jahre alten Nationalspieler Guineas als «sehr aggressiven, hoch talentierten Spieler». Bah sollte noch am Nachmittag medizinisch untersucht werden, einen Vertrag unterzeichnen und zu seinem Nationalteam zurückreisen. Der französische Zweitliga Absteiger Straßburg verlangte für ihn geschätzte 500 000 Euro. |