Stuttgart schwach - «Gibt nichts zu beschönigen»
Stuttgart (dpa) - 30.08.2010, 15:43 Uhr
Stuttgarts Spieler sind nach dem 0:3 gegen Dortmund frustriert.
Schwach, schwächer, VfB Stuttgart: Die Schwaben sind schon traditionell in die Saison getaumelt. Aber so erschreckend hat sich der Traditionsclub selten präsentiert. Egal ob DFB-Pokal, Europa League oder nun Fußball-Bundesliga: Das Team von Trainer Christian Gross zeigte sich bei bislang allen sieben Auftritten gegen zumeist schwächer eingestufte Gegner hilflos, ideenlos und leblos. Nach dem desolaten 1:3 (0:3) gegen die «U21»-Auswahl von Borussia Dortmund herrscht beim Tabellenletzten «Gross»-Alarm. «Es gibt nichts zu beschönigen», räumte der Coach ein. «Die Heimpremiere ist missraten.» Sportdirektor Fredi Bobic sprach von «einer indiskutablen ersten Halbzeit» und einer «schwierigen Phase», der sich der VfB stellen müsse. «Wir müssen zusammenrücken und in Freiburg anders auftreten.» Zwei Wochen bleiben dem von allen guten Fußball-Geistern verlassenen Club Zeit, um für das brisante badisch-württembergische Prestigeduell die gröbsten Fehler abzustellen.
Für mehr Schwung, Ordnung und Kampfgeist soll Ex-Weltmeister Mauro Camoranesi von Juventus Turin sorgen. Die Verpflichtung des 33 Jahre alten italienischen Nationalspielers ist praktisch perfekt, verzögert sich nun aber wohl auf den 31. August. «Die Verhandlungen mit Camoranesi und Juventus Turin laufen», sagte ein VfB-Sprecher. «Ziel ist, dass er am Dienstag zur sportärztlichen Untersuchung nach Stuttgart kommt.» Bobic hatte bereits nach der Bundesliga-Pleite bestätigt, dass Camoranesi ein Kandidat sei und die Rahmenbedingungen stimmten. Für einen weiteren, eigentlich dringend benötigten Zugang fehlt wohl trotz der Millioneneinnahmen aus dem Verkauf von Sami Khedira das Geld. «Ich kann nicht auf die Königstraße gehen und sammeln», sagte der Sportdirektor. Zudem habe er «keine Lust auf Masse oder Panikkäufe». |