Kahn verspricht Fairness
Dubai (dpa) - 06.01.2005, 13:20 Uhr
Oliver Kahn spricht bei einer Pressekonferenz in Dubai.
Oliver Kahn hat sein Pannenjahr 2004 während des verlängerten Urlaubs in Dubai bestens weggesteckt und will im neuen Jahr wieder voll angreifen. Blendend erholt und kampfeslustig empfing der Kapitän des FC Bayern München seine Teamkollegen bei strahlendem Sonnenschein im rund 25 Grad warmen Scheichtum am Arabischen Golf und steckte seine Ziele für das wichtige Jahr vor der Weltmeisterschaft 2006 ab. Nach einem «durchschnittlichen letzten Jahr» will der 35-Jährige in erster Linie im Verein zu seiner alten Leistungsstärke zurückfinden und so bei Jürgen Klinsmann das Duell mit seinem Rivalen Jens Lehmann für sich entscheiden. «Ich bin die Nummer eins und habe mir in der Nationalmannschaft nichts zu Schulden kommen lassen, auch im letzten Jahr nicht. Wenn ich bei Bayern meine Leistung bringe und wir Erfolg haben, ist meine Position überhaupt nicht gefährdet», verkündete Kahn selbstbewusst. Nach dem zeitweise eskalierten Torhüter-Krieg in der Vergangenheit versprach er für seine Person einen fairen Konkurrenzkampf in den kommenden 17 Monaten bis zur WM. «Ich bin Sportsmann und relativ frei von Eitelkeiten. Ich stelle mich immer wieder dem Konkurrenzkampf. Und wenn ich nicht gewinne, werde ich zu meinem Konkurrenten gehen, ihm die Hand geben und sagen: 'Okay, du warst besser.' Das ist das Wesen des Sports», erklärte der 76-malige Nationalspieler.
Das Beispiel Lehmann, der bei Arsenal London seinen Stammplatz verloren hat, lehrt Kahn, dass der Verein auch im Kampf um den Platz im WM-Tor die entscheidende Basis ist. Darum will er mit den Bayern möglichst viele Titel holen und auch persönlich wieder ein Garant für Erfolg werden. «Wir wollen deutscher Meister werden, das ist das Hauptziel. Aber auch in der Champions League wollen wir weit kommen und ins DFB-Pokalfinale», verkündete der Kapitän. Für die Realisierung «unserer großen Ziele» (Manager Uli Hoeneß) lässt der Bundesliga-Spitzenreiter nichts unversucht. Das bewies der Überraschungs-Coup mit der kurzfristigen Rückholaktion von Welt- und Europameister Bixente Lizarazu. «Wir waren auf der linken Seite nicht optimal besetzt. Bixente ist ein Top-Mann auf der Position. Er wird uns helfen, unsere Ziele zu erreichen», begründete Trainer Felix Magath die Verpflichtung des 35-jährigen Franzosen bis zum Saisonende. Lizarazu löste seinen Vertrag bei Olympique Marseille auf und soll erstmals in Dubai mit seinen alten Kollegen trainieren. Vorzeitig abreisen könnte dafür Tobias Rau, der nach dem Lizarazu-Coup endgültig keine Perspektive mehr bei den Bayern hat. «Wir hatten Tobias schon vor Weihnachten in einem sehr offenen Gespräch einen Wechsel nahe gelegt», berichtete Manager Uli Hoeneß und verriet zudem, dass Raus Berater den im Dezember abgebrochenen Kontakt zum Liga-Rivalen 1. FC Nürnberg wieder aufgenommen habe.
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