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Strunz: VfL Wolfsburg soll Gütesiegel werden

Wolfsburg (dpa) - 06.01.2005, 13:00 Uhr

Wolfsburgs Manager Thomas Strunz beim Fototermin in der Volkswagen-Arena.
Wolfsburgs Manager Thomas Strunz beim Fototermin in der Volkswagen-Arena.

Als Spieler war Thomas Strunz Europameister, seine Bekanntheit verdankt er aber vor allem der legendären Wutrede von Giovanni Trapattoni. Nun will «Struuunz» als Manager sein Image selbst bestimmen.

«Ich wollte Weltmeister werden und bin Europameister geworden. Nur wenn man sich viel vornimmt, kann man auch einiges erreichen. In Wolfsburg ist die Basis dafür vorhanden», sagt der 36 Jahre alte neue Geschäftsführer und Manager des ambitionierten Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

In seiner aktiven Zeit galt Strunz als Individualist. Nun hat er an seiner neuen Wirkungsstätte Teamwork als allererste Tagesaufgabe ausgegeben. «Wir können nur gemeinsam vorankommen. Jeder muss sich einbringen», propagiert der smarte Mittdreißiger, der auch in der Wirtschaft eine gute Figur abgeben würde.

Dass der Eindruck nicht täuscht, hat der fünfmalige deutsche Meister vor seinem Amtsantritt in Wolfsburg bewiesen. Seine erfolgreiche Marketing-Agentur «Strunz & Friends» verschaffte ihm das nötige Knowhow im neuen Metier und war letztlich der Schlüssel für das Engagement bei den «Wölfen». Der Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Sander bestätigt dies: «Strunz erfüllt alles, was wir uns vorstellen. Er verfügt über wirtschaftliche und sportliche Kompetenz.»

Strunz muss die Vorschusslorbeeren nun bestätigen. Das persönliche Umfeld ist bestellt: Den Schreibtisch in der VW-Arena hat der Nachfolger des im August 2004 zurückgetretenen Peter Pander zurecht gerückt, das neue Haus im gut 20 Kilometer entfernten Gifhorn fast bezogen. «Ich hätte auch gern in Wolfsburg gewohnt. Aber da passte das Angebot einfach nicht», begründete Strunz die Wahl seines privaten Domizils.


Vor den ersten Weichenstellungen beim VfL hat den 41-maligen Nationalspieler die etwas beschwerliche Wohnungssuche aber nicht abgehalten. Thomas Strunz hat zunächst das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht («Das ist für mich in guten und schlechten Zeiten ganz wichtig») und dabei offensichtlich den richtigen Draht gefunden. «Thomas kommt aus der Branche und weiß, wie wir denken. Ich glaube, dass die Zusammenarbeit sehr gut funktionieren wird», beschrieb Kapitän Stefan Schnoor seinen Eindruck.

Nationalspieler Thomas Brdaric pflichtete bei: «Thomas bringt die richtige Mentalität rein.» Die sehr persönliche Ansprache kommt nicht von ungefähr: Brdaric und Strunz hatten 1993/94 eine gemeinsame Zeit beim VfB Stuttgart. Wirklich glücklich waren beide dort nicht. In Wolfsburg soll sich das ändern, am besten schon in dieser Saison. «Wir haben nur vier Punkte Rückstand auf die Bayern und beginnen mit einem Heimspiel. Für uns ist in der Rückrunde noch alles drin», legte der Europameister von 1996 den Anspruch für das Frühjahr fest.

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