Kaiserslautern erweckt Mythos: 2:0 gegen Bayern
Kaiserslautern (dpa) - 27.08.2010, 22:55 Uhr
Die Spieler von Kaiserslautern jubeln nach dem Tor zum 1:0.
Mit dem Sensationssieg gegen Rekordmeister Bayern München hat Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern nach vier Jahren Bundesliga-Abstinenz den Mythos Betzenberg beim leidenschaftlich erkämpften 2:0 (2:0) wiederbelebt. Ivo Ilicevic (36. Minute) und Srdjan Lakic (37.) schossen die Roten Teufel per Doppelschlag zum Erfolg und damit für eine Nacht an die Tabellenspitze. Für Lakic war es in der noch jungen Saison schon der dritte Treffer, Kollege Ilicevic hat zwei Tore auf dem Konto, sah allerdings in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte und fehlt im nächsten Spiel in Mainz. Vor 49 780 frenetischen Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter- Stadion zeigte die Mannschaft von Trainer Marco Kurz gegen das konsternierte Münchner Starensemble alle Tugenden, die die Pfälzer zum Unikat des deutschen Fußballs gemacht haben. Der erste Heimsieg gegen die Bayern seit mehr als elf Jahren war der Lohn. Auch in die Saison 1997/98 war man als Aufsteiger mit zwei Siegen gestartet - und wurde am Ende gar Meister. «Das war für uns ein Wahnsinnsabend. Heute haben Herz und Wille gewonnen», sagte Kurz.
Die Münchner suchen derweil wie im Vorjahr zum Saisonauftakt noch ihre Form. «Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, hatten die besseren Chancen, aber was hilft es. Es sollte heute nicht anders sein. Wenn man verliert hat man einiges falsch gemacht», sagte Bayern-Verteidiger Philipp Lahm. «Das war ein Ausrutscher», betonte Kapitän Mark van Bommel. «Wenn wir dieses Spiel anschauen können wir sagen, dass wir auf einem guten Weg sind, aber es ist uns nicht gelungen zu gewinnen», analysierte Bayern-Coach Luis van Gaal, der einen mangelhaften Torabschluss konstatierte. Deutlich freudiger viel die Analyse von Torschütze Ilicevic aus. «Wir wollten einfach eine gute Leistung bringen, den Bayern Paroli bieten. Ich denke, wir haben verdient gewonnen», sagte er. Lautern spielte ohne Angst und mit heißem Herzen gegen den großen Favoriten auf. Schon die Anfangsphase gehörte dem munteren Gastgeber, bei dem die Laufbereitschaft stimmte. Die Bayern waren noch nicht präsent genug. Eine richtige Torchance hatte der 1. FCK eine Woche nach dem 3:1-Sieg in Köln aber zunächst nicht. |