Schalke nimmt die Bayern-Jagd auf
Gelsenkirchen (dpa) - 05.01.2005, 14:29 Uhr
Ailton gähnt in Gelsenkirchen beim ersten Training des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04.
Beim Trainingsauftakt waren sie die Letzten, zum Bundesliga-Finale am 21. Mai wollen sie die Ersten sein: Mit großer Euphorie und riesigem Einsatzwillen haben die Fußball-Profis des FC Schalke 04 nach dreiwöchiger Pause wieder die Arbeit aufgenommen. Chefcoach Ralf Rangnick begrüßte 23 Spieler und - sogar früher als erwartet - auch Torjäger Ailton. «Toni» war erst zum Nachmittagstraining angekündigt worden, aber der Ehrgeiz treibt ihn und seine Kollegen an: «Ich bin noch etwas müde. Aber ich habe versprochen, dass ich beim ersten Training da bin. Das muss so sein», sagte Ailton, der früher als «ewiger Nachzügler» galt. Rangnick wiederholte die Saisonziele der «Königsblauen». Ein Platz unter den ersten Fünf und die direkte UEFA-Cup-Qualifikation sollen es sein. «Aber ich habe nie behauptet, dass wir nicht Meister werden wollen. Wenn diese Möglichkeit besteht, dann nehmen wir sie natürlich wahr», sagte er. Auf Nationalspieler Gerald Asamoah, den verletzten Neuzugang Mimoun Azaouagh und die ebenfalls angeschlagenen Profis Gustavo Varela und Thomas Kläsener musste Rangnick noch verzichten.
Seine Rückkehr feierte Marco van Hoogdalem. Der dienstälteste Schalker hat sein letztes Bundesliga-Spiel für die «Knappen» am 7. Mai 2003 bestritten, war dann verletzt ausgefallen und im Winter 2003/2004 an seinen niederländischen Stammverein Roda Kerkrade ausgeliehen worden. Trotz der Leberkrankheit PSC steht einem Comeback van Hoogdalems, der seit dem 1. Januar 1997 in Gelsenkirchen unter Vertrag ist, nichts mehr im Wege: «Er wird behandelt wie jeder andere Spieler auch. Wir können niemanden wegen irgendwelcher Wohltätigkeitssachen spielen lassen», stellte Rangnick klar. Auch wenn erneut kein Winter-Trainingslager bezogen wird: Der Chefcoach will weiter «mit harter Arbeit und Konzentration» um die Ablösung von Bayern München an der Tabellenspitze und den ersten Meistertitel seit 1958 kämpfen. Doch noch ist er vorsichtig: «Wenn wir drei Spieltage vor Schluss sieben Zähler Abstand zu Platz drei haben, können wir uns mit dem Thema Meisterschaft beschäftigen.» Bereits einen Tag vor dem Trainingsbeginn war jeder Spieler bei Konditions- und Reha-Coach Christos Papadopoulos einer Komplett-Prüfung unterzogen worden. Eine Atemgasanalyse und Laktattests erbrachten den Nachweis, «dass alle fit aus dem Urlaub gekommen sind». Ailton und Asamoah steht der Test aber noch bevor. Die medizinischen Untersuchungen beim deutschen Junioren-Nationalspieler Azaouagh führten zu der Erkenntnis, dass der 22-Jährige erst in einigen Wochen eingesetzt werden kann. Der frühere Mainzer, dessen Ablösesumme rund 750 000 Euro betragen soll, kam mit einem Innenband- und Meniskusschaden an und absolviert vorerst ein Reha-Programm. Assauer will jetzt die Ablösesumme kürzen.
|