Der Mutterkonzern der Wolfsburger macht ernst und stattet Hoeneß mit dem nötigen Kleingeld aus, um eine Europacup-Abstinenz der Niedersachsen wie in dieser Saison künftig zu vermeiden. Das Credo der Konzern-Bosse lautet dabei: «Da, wo VW vorn draufsteht, muss man auch vorn dabei sein.» So formuliert VW-Vorstand und VfL- Aufsichtsrats-Chef Francisco Garcia Sanz immer wieder den eigenen Anspruch. Beim VfL erhofft man sich ähnliche Kabinettstücke von Diego wie in dessen Zeit bei Werder. 2007 hatte der Brasilianer aus 63,8 Metern gegen Alemannia Aachen das «Tor des Jahres» erzielt. Vor Jahresfrist wechselte der nun 25-Jährige für 24,5 Millionen Euro von Bremen zu Juve. Im Piemont kam der Ballkünstler aber nur bedingt zurecht und spielte eine durchwachsene Saison. Dadurch verpasste er die Teilnahme an der WM in Südafrika. Mit dem Spieler war sich Hoeneß bereits vor Wochen einig, jedoch nervte den VfL-Manager die Poker-Taktik der Italiener. Offiziell hatte Hoeneß den Transfer daher bereits als gescheitert verkündet und so noch einmal Druck ausgeübt. Der Schachzug ging auf. Zu Beginn dieser Woche meldete sich Juve noch einmal. Hoeneß bekam Diego nun zu deutlich günstigeren Konditionen als den 20 Millionen Euro, die Turin ursprünglich vom VfL gefordert haben soll. Durch den Diego-Wechsel steht der bisherige Spielmacher Zvjezdan Misimovic vor dem Absprung. Obwohl beide Hochkaräter unterschiedliche Spielertypen sind, ist ein Mittelfeld mit Diego und Misimovic ebenso wenig vorstellbar wie der Platz auf der Bank für einen der beiden. Dennoch versucht der VfL derzeit den Eindruck zu verhindern, Misimovic nach dem Diego-Deal unbedingt loswerden zu wollen. Um den Bosnier liefert sich Hoeneß offensichtlich einen Poker mit Schalke 04. Einigt sich Hoeneß nicht mit Schalke-«Alleinherrscher» Felix Magath, könnte Misimovic auch zu Galatasaray Istanbul wechseln.
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