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Bundesliga-Bummel: Noch eine Woche shoppen gehen

Berlin (dpa) - 24.08.2010, 15:02 Uhr

Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger braucht keine Spieler mehr.
Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger braucht keine Spieler mehr.

Hektische Betriebsamkeit in Wolfsburg und Schalke, unerwartete Offerten für Meister München. «Die personellen Planungen sind abgeschlossen», sagt Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger dieser Tage gerne.

Die angeblichen Angebote für Miroslav Klose aus Istanbul und Martin Demichelis aus Spanien und Italien kamen überraschend. Während die Bundesliga-Konkurrenz im Lauf der Woche noch einmal auf kostspielige Einkaufstour gehen muss, kann der deutsche Fußball-Rekordmeister das finale Treiben auf dem Transfermarkt dennoch entspannt beobachten. Vor dem Ende der Wechselfrist am 31. August werden die Münchner keinen Euro für neue Spieler ausgeben.

Im Gegenteil: Trainer Louis van Gaal möchte noch gerne «zwei, drei Spieler» abgeben. «22 Spieler reichen mir», sagt der Niederländer. Dass es sich dabei um Klose und Demichelis handeln könnte, wurde von Nerlinger dementiert. «Das ist eine Falschmeldung. Da ist nichts, absolut nichts dran», sagte er dem Internetportal «Sport1» über angebliche Verhandlungen mit einer türkischen Delegation vom Club des deutschen Trainers Bernd Schuster in München.

Die Hälfte der 18 Erstliga-Clubs wird bis zum kommenden Dienstag um 24.00 Uhr mindestens noch einmal investieren. Mit Hochdruck arbeitet Schalke-Manager-Trainer Felix Magath an der weiteren Aufrüstung seines zum Saisonauftakt in Hamburg schwächelnden Kaders. Nach dem spanischen Top-Star Raúl sollen Hochkaräter für Mittelfeld und Angriff ins Revier gelockt werden.

«Wir brauchen noch den einen oder anderen. Wenn wir den Ansprüchen an uns gerecht werden wollen, brauchen wir neue Qualität», hatte Magath nach der 1:2-Pleite beim HSV angekündigt. Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic ist noch immer ein Thema, zudem Julio Baptista vom AS Rom. Mehrfach hatte Magath die Clubführung aufgefordert, reichlich Geld für Verstärkungen der ambitionierten Schalker in die Hand zu nehmen.


Magaths früherer Arbeitgeber Wolfsburg verfügt über finanzielle Reserven - und will diese auch gerne investieren. Misimovic gibt der Club nur ab, wenn es ebenbürtigen Ersatz gibt. Dieser ist nach dem geplatzten Diego-Deal aber (noch) nicht in Sicht. Rafael van der Vaart will nicht und Hamburgs Mladen Petric darf nicht.

Auch bei 1899 Hoffenheim ist nach dem Verkauf von Carlos Eduardo zu Rubin Kasan für geschätzte 20 Millionen Euro die Vereinskasse voll. Trainer Ralf Rangnick schloss aber aus, dass diese Summe ausgegeben wird: «Wir werden nicht mit der Gießkanne rumlaufen und sinnlose Dinge tun. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Wenn jemand glaubt, dass wir einen Eduardo-Zuschlag zahlen, dann irrt er.»

Am 23. August verpflichtete 1899 Sebastian Rudy für rund vier Millionen Euro vom VfB Stuttgart. Zudem liebäugelt die TSG mit Hertha-Stürmer Adrian Ramos und Nürnbergs Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan. Neben den Kreichgauern wollen Badener und Schwaben ebenfalls nicht geizen.

Der VfB sucht nach einem Mittelfeldspieler. Wunschkandidat Vladimir Weiss ist zu den Glasgow Rangers gegangen, Stefan Aigner soll nun doch bei 1860 München bleiben. Geld hat der Verein durch die Verkäufe von Sami Khedira (Real Madrid) und Rudy zwar genug eingenommen, doch nicht alles soll und kann reinvestiert werden. Durch den Umbau des Stadions und die verpasste Champions-League-Qualifikation fehlen dem VfB in dieser Saison wesentliche Einnahmen.

Der südliche Nachbar SC Freiburg hätte gerne einen weiteren Stürmer. Das Problem: Der Club hat weder viel Geld noch einen konkreten Kandidaten im Auge. Frankfurts Martin Fenin hat abgesagt.

Die Eintracht zählt zu den Vertretern der Zunft, die das Spieler- Kaufhaus bis zum Ladenschluss am 31. August nicht mehr betreten wollen - wie neben den Bayern auch Mainz, Kaiserslautern, Nürnberg oder Borussia Dortmund. Trotz des Verkaufs von Nelson Valdez will der BVB nicht nachlegen. «Was die Transfers anbetrifft, waren wir in Vorleistung getreten», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

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