Denn Magath hatte diejenigen, die seinen Kurs der Umstrukturierung nicht zu 100 Prozent mittragen wollen, als «kleine Gruppe» bezeichnet. Die Profis aus Gelsenkirchen wurden mit dem Überstreifen der T-Shirts zu prominenten Trägern einer Botschaft, die sich gegen den eigenen Chef richtete. Fakt ist: Seit der Absetzung des seit 1988 tätigen Fanbeauftragten Rojek liegen die führenden Fan-Organisationen des über 87 000 Mitglieder zählenden Clubs auf Konfrontationskurs zu Magath. Der hatte den massiven Widerstand so nicht erwartet. Aber «ich stehe dazu, dass es ein Fehler war, Rojek die Entscheidung nicht persönlich mitzuteilen», räumte er ein. Ein Vereinssprecher hatte dem mittlerweile zurückgetretenen Rojek die Botschaft telefonisch zukommen lassen. «Bei der Maßnahme an sich sehe ich kein großes Problem. Deshalb irgendwo einen Aufstand zu inszenieren, halte ich für zu hoch gegriffen», reagierte Magath. «Ich habe der Position des Fanbeauftragten nicht so eine Macht zugemessen», sagte er der «Bild»-Zeitung. Die Kluft zwischen dem Trainer und den Fans war schon am 10. Mai größer geworden, trotz aller Euphorie nach der direkten Qualifikation für die Champions League. Auf der Jahreshauptversammlung hatten die Schalke-Mitglieder eine Satzungsänderung verhindert, die Magath bei Transfers finanziell weitgehend freie Hand gelassen hätte - die Kommunikation zwischen dem Coach und dem «höchsten Gut», den Fans, war danach nahezu zum Erliegen gekommen.
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