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Frust beim «stolzen Argentinier» nach Degradierung

22.08.2010, 12:08 Uhr

Der Argentinier Martin Demichelis sorgt für Wirbel beim FC Bayern München.
Der Argentinier Martin Demichelis sorgt für Wirbel beim FC Bayern München.

München (dpa) - Der FC Bayern München feierte seinen Auftaktsieg, nur Innenverteidiger Martin Demichelis stand im Abseits und verstand die Welt nicht mehr.

«Das ist natürlich ein Schock für einen Spieler, der letztes Jahr Stammspieler war und jetzt ist er Ersatzspieler», sagte Coach Louis van Gaal nach dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg voller Verständnis. Zuvor hatte der Niederländer aber Strenge walten lassen und Argentiniens WM-Teilnehmer im Konkurrenzkampf gegen Daniel van Buyten und Holger Badstuber degradiert und auf die Bank beordert.

Dies gefiel Demichelis ganz und gar nicht. Der 29-Jährige bat um seine Streichung aus dem Kader und sprach von Trennung. Beim Meister blieb man aber demonstrativ gelassen. «Er wollte nicht auf die Bank. Er ist ein stolzer Argentinier», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Wir tun gut daran, die bewährten Kräfte bei uns im Hause zu halten. Er hat noch einen Vertrag bis 2012. Er wird bleiben.»

Am Tag danach erschien Demichelis wieder beim Training. «Ich bin nicht sauer auf den Trainer, nur ein bisschen enttäuscht, weil ich glaube, dass ich nach acht Jahren bei Bayern nicht so etwas verdient habe. Zehn Tage vor Ende der Transferliste muss eine Lösung gefunden werden.» Ob Trennung oder Verbleib: Abwehr-Kollege Philipp Lahm verstand den Frust des Argentiniers nicht. «Das gehört zum Leistungssport dazu, dass der Konkurrenzkampf hoch ist.»

Schon einmal - im Frühjahr 2008 - hatte Demichelis den Aufstand geprobt und beim damaligen Fußball-Coach Ottmar Hitzfeld gegen die Aufstellung im defensiven Mittelfeld rebelliert. Hitzfeld strich den aufmüpfigen Argentinier aus dem Kader - und nahm wenige Tage später dessen kleinlaute Entschuldigung entgegen.

Dass diesmal am Ende tatsächlich die Trennung stehen könnte, zeigt der Fall Luca Toni. Dieser hatte sich im vergangenen Herbst lautstark über den neuen Coach van Gaal beklagt. Am Ende musste Toni gehen - und Bayerns Offensive glänzte mit Thomas Müller und Ivica Olic. Auch bei einem Verlust von Demichelis würde van Gaal nicht bange werden. «Ich hätte ein Problem, wenn er weggeht. Dann hätte ich keinen Ersatzspieler für van Buyten. Aber auch dann finde ich wieder eine Lösung», betonte der Coach.


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