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Klasnic-Prozess: Gericht sieht Behandlungsfehler

Bremen (dpa) - 20.08.2010, 14:17 Uhr

Ivan Klasnic (r) war im April bei einer Verhandlung im Landgericht in Bremen zugegen.
Ivan Klasnic (r) war im April bei einer Verhandlung im Landgericht in Bremen zugegen.

Bremen (dpa) - Im Rechtsstreit zwischen Ivan Klasnic und den Ärzten seines Ex-Vereins Werder Bremen sehen die Richter Fehler bei der Behandlung des Fußball-Profis. Zugleich wiesen sie aber darauf hin, dass es weiteren Aufklärungsbedarf gibt.

Nach bisheriger Lage gehe die Zivilkammer von einem «mitzuverantwortenden Behandlungsfehler» aus, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Boysen im Landgericht Bremen. Für das Urteil sei es aber entscheidend, ob es sich um «grobe Behandlungsfehler» handele.

Um dies zu klären, müssten noch zusätzliche medizinische Unterlagen aus früheren Jahren eingeholt werden, sagte Boysen. Zudem wolle die Kammer dem Experten Hermann Pavenstädt aus Münster schriftlich «ein paar ergänzende Fragen» stellen. Es sei noch nicht hinreichend geklärt, welche Konsequenzen sich ergeben hätten, wenn dem Verdacht einer Nierenerkrankung früher nachgegangen worden wäre, betonte die Kammer. Klasnic, der 30 Jahre alte Angreifer von den Bolton Wanderers war am 20. August im Gericht nicht anwesend.

Klasnic klagt gegen zwei Mediziner und zwei Reha-Einrichtungen des Bundesliga-Clubs Werder Bremen, für den er bis 2008 gespielt hatte. Er wirft den Ärzten - darunter Werder-Teamarzt Götz Dimanski - vor, seine Nierenerkrankung nicht erkannt und falsch behandelt zu haben. Folge seien zwei Nierentransplantationen im Jahr 2007 gewesen. Die Werder-Ärzte bestreiten den Vorwurf.

Der kroatische Nationalspieler verlangt Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn. Es geht um einen Streitwert von 1,1 Millionen Euro. Im April 2009 hatte Klasnic einen Vergleichsvorschlag von mehr als 350 000 Euro abgelehnt.

Ein nächster Prozesstermin steht noch nicht fest. Das Verfahren wird zunächst schriftlich weitergeführt. Mit einer Entscheidung ist den Angaben zufolge nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen.


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